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In Time: Zeit ist Geld

Will Salas (Justin Timberlake) entführt Sylvia Weis‘ (Amanda Seyfried) und flüchtet mit ihr vor dem Timekeeper Raymond Leon (Cillian Murphy). (Foto:PR)
 

Will Salas (Justin Timberlake) entführt Sylvia Weis‘ (Amanda Seyfried) und flüchtet mit ihr vor dem Timekeeper Raymond Leon (Cillian Murphy). ( Foto:PR)

 
Im Thriller „In Time“ ist Zeit nicht nur Geld, sondern auch Lebensinhalt und Ziel. Jede Sekunde zählt im Wettlauf gegen die Zeit.

Es ist nicht genug Zeit für alle da. Jeder Mensch ist mit seinem 25. Lebensjahr ausgewachsen und der Körper altert nicht mehr. Ein Jahr bleibt für gewöhnlich von nun an noch bis zum Tod. Für jede weitere Sekunde müssen die Menschen arbeiten. In den Slums, in denen Will Salas (Justin Timberlake) aufgewachsen ist, bedeutet das einen Kampf um Stunden. Ginge er nicht arbeiten, bliebe ihm kein weiterer Tag zum Leben. Es gibt allerdings auch andere sogenannte „Zeitzonen“, in denen die reichen Leute mehrere tausend Jahre beim Poker verwetten. Als Will eines Tages auf den des Lebens müden Henry Hamilton (Matthew Bomer) trifft und von ihm seine letzten hundert Jahre geschenkt bekommt, beschließt er, die oberste Zeitzone aufzusuchen und sich möglichst viel von dem, was allen gehören sollte, zurückzuholen. Mit einigen guten Pokerblättern scheint ihm der Plan schon zu gelingen, doch dann beendet Timekeeper Raymond Leon (Cillian Murphy) seinen Feldzug. Der Timekeeper sorgt für Ordnung in der Welt und ist der Meinung, dass so viele Jahre bei Salas in den falschen Händen sind. Doch Will kann durch die Geiselnahme Sylvia Weis‘ (Amanda Seyfried), der Tochter eines Millionen Jahre schweren Bankiers, in letzter Sekunde entkommen. Mit ihr an seiner Seite flüchtet er zurück in die Slums, doch der Timekeeper bleibt ihnen dicht auf den Fersen…
Die von Andrew Niccol (Buch und Regie) erschaffene und zum Leben erweckte Geschichte erinnert sehr stark an Bonnie und Clyde. Ihm gelingt ein Actionfilm, der mehr zu bieten hat als ein paar Schießereien, Autoverfolgungsjagden und Stunts. Er kreiert eine neuartige Welt, die dennoch der unseren nicht sehr fern ist. Dies tut er mit viel Liebe zum Detail, es gibt also während des Films immer wieder neue Ideen, die förmlich dazu zwingen, den Gedanken einer Welt weiterzudenken, in der Zeit unsere Währung ist, und sich selbst mit den Konsequenzen auseinander zu setzen. Justin Timberlake fügt sich gut in die Rolle des sensiblen Straßenjungen mit dramatischer Vergangenheit ein und lässt Amanda Seyfried an seiner Seite etwas blass wirken. Die ständige Ausdruckslosigkeit in ihrem Blick ist sicher gewollt und mit der Vorgeschichte der Figur zu begründen, langweilt jedoch trotz allem sehr schnell. Den schauspielerischen Höhepunkt hingegen bildet Cillian Murphy in seiner Rolle als Timekeeper, die ihm als einzigem die Möglichkeit gibt, mehrere Facetten und Gesichter zu zeigen.
„In time“ ist kein purer Actionfilm mit Effekthagel, sondern konzentriert sich mehr auf die Geschichte seiner fiktiven Welt. Dadurch entsteht ein guter Science-Fiction-Film mit Anspruch und Unterhaltungswert.
USA 2011; R: Andrew Niccol; D: Justin Timberlake, Amanda Seyfried, Cillian Murphy, Olivia Wilde; Kinostart: 01.12.2011

 

Artikel vom 14.12.2011 © Eßlinger Zeitung

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