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Nickelback: Zwischen Liebe und Hass

Nickelback: Trotz herber Kritik halten sie an ihrer Mainstream-Musik fest. (Foto: PR)
 

Nickelback: Trotz herber Kritik halten sie an ihrer Mainstream-Musik fest. ( Foto: PR)

 
Auf ihre 50 Millionen verkauften Platten können Nickelback ziemlich stolz sein, auf ihr neues Album „Here and now“ dagegen nur bedingt.

Den 11.726.711 Nickelback-Fans bei Facebook stehen knapp 50.000 sehr aktive Kritiker gegenüber. Gemeinsam wollen sie verhindern, dass Chad Kroeger und seine Kollegen bei einem Heimspiel der Detroit Lions auftreten - inzwischen wurde von den Football-Fans sogar eine Petition gegen diesen Auftritt ins Leben gerufen. Noch weiter geht man bei dem amerikanischen Musikmagazin Aux.tv. Dort kann man seit einigen Tagen den „Nickelblock“ herunterladen. Mit diesem kleinen Browser-Plugin werden alle Inhalte von Nickelback im Netz automatisch geblockt. Nicht viel netter gehen auch die Musikkritiker mit den Kanadiern ins Gericht. So lautet eine aktuelle Überschrift in der WELT „Nickelback produzieren grauenhaften Gebrauchsrock“. Doch vorher kommt diese Abneigung gegen eine der erfolgreichsten Rockbands unserer Zeit?
Eine erste Erklärung für diese Anfeindungen liefert die Band selbst. „Unter Journalisten gehört es zum guten Ton, Nickelback schlecht zu machen. Wir sind eben keine coolen Indie-Musiker, sondern bewegen uns im Mainstream“, erklärte Frontmann Chad Kroeger kürzlich der Frankfurter Rundschau. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo zwischen Mainstream-Debatte und das Vergraulen von Fans. Alle Inhalte von Nickelback zu verbannen ist dabei wohl genauso falsch, wie die Feststellung die Abneigung wäre allein durch ihre Popularität zu erklären. Denn wer einst als Hardrock-Hoffnung galt und plötzlich auf Balladen und Radio-Kitsch umschwenkt, hat kritische Töne durchaus verdient.
Anderseits ist nicht Alles schlecht, was auf „Here and now“ zu hören ist. Es gibt melodische Liebeslieder und popkonformen Hardrock oder wie es die Kanadier selbst ausdrücken: „Wir wollen mehr Leute ansprechen.“ Im Klartext bedeutet das grundsolide Rockmelodien, mit denen jeder seinen Frieden machen kann. Rotzigen Charme sucht man dabei natürlich völlig vergebens. Doch die Band selbst ist mit dem Album zufrieden: „Wir wollten noch mal ein klassisches Nickelback-Album aufnehmen und solange die Leute unsere Platten kaufen, müssen wir noch nicht in Rente gehen.“ Oder wie man es auch sagen könnte, mehr als 11.726.711 Menschen können nicht irren.

 

Artikel vom 06.12.2011 © Eßlinger Zeitung

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