Die Psyche der DDR-Gesellschaft
(dpa) - Vor 20 Jahren sorgte Hans-Joachim Maaz mit seinem Werk „Gefühlsstau“ für Aufsehen. Der Psychiater sezierte darin die Gesellschaft der DDR nach dem Mauerfall. Jetzt kommt das Buch ein weiteres Mal und mit einem neuen Vorwort auf den Markt. Darin zieht Maaz Vergleiche zwischen den psychosozialen Krankheitssymptomen des „real existierenden Kapitalismus“ und denen des untergegangenen „real existierenden Sozialismus“. Nach seiner Theorie bringen elementare seelische Blockierungen auch unfreie Gesellschaften hervor. Während er im Buch das Psycho- System der DDR-Gesellschaft auseinandernimmt und die Wurzeln von dessen Untergang bestimmt, zieht er im Vorwort die Parallelen zur Gegenwart. Aber Maaz hat Hoffnung: Ausgehend von der momentanen Ernüchterung und der gemeinsamen Bedrohung durch die Finanz- und Wirtschaftskrise könnten die unterschiedlichen Erfahrungen und Kompetenzen aus ost- und westdeutscher Sozialisation zusammenfinden, meint er.



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