Melancholie und Komik
Rose Tremains Roman „Der weite Weg nach Hause“
(ab) - Dies ist die Geschichte von einem, der auszog, um in der Fremde das Glück zu suchen. Erzählt werden die Abenteuer von Lev so rührend wie nüchtern, so komisch wie authentisch. Die gelungene Mischung aus Melancholie und harter Realität machen Rose Tremains Roman zu einem Leseerlebnis erster Güte. Lev verlässt seine Heimat irgendwo in Osteuropa und geht nach England. Zurück lässt der 42-Jährige ein marodes Dorf, seine fünfjährige Tochter und seine Mutter, den besten Freund Rudi - und die unendliche Trauer über den Tod seiner geliebten Frau.Zunächst läuft es gut in England, Levs Landsmännin Lydia hilft ihm bei Job- und Wohnungssuche. Bis in die Nacht schuftet er, schickt Geld nach Hause und verliebt sich in seine Arbeitskollegin Sophie. Doch dann verlässt ihn das Glück: Sophie beendet die Affäre, Lev verliert seinen Job, und sein Heimatdorf soll einem Staudamm weichen. Trauer und Verzweiflung werden zu Levs engsten Gefährten, bis er in seine Heimat zurückkehrt.Gelungen in diesem Roman der englischen Autorin ist auch die liebevolle Schilderung der Menschen, die Levs Weg kreuzen. Und am Ende würde man gern erfahren, wie es weitergeht mit Lev in seiner Heimat - eigentlich das schönste Kompliment für ein Buch. Rose Tremain: Der weite Weg nach Hause. Roman. Suhrkamp, Berlin. 493 Seiten, 14,90 Euro.



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