Architekt Stella gibt sich zuversichtlich
Berlin/Stuttgart (dpa) - Der Architekt des Berliner Schlosses, Franco Stella, hat sich zuversichtlich über die Fortsetzung des gestoppten Projektes geäußert. „Wir wollen noch in diesem Jahr mit dem Genehmigungsverfahren beginnen“, sagte Stella der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Die jüngste Verzögerung gebe ihm die Chance, die Pläne ohne Zeitdruck zu verfeinern und zu vertiefen.
Am Samstag wurde die Vorentscheidung zur Gestaltung der Museen des Humboldt-Forums im künftigen Schloss vorgestellt. Ausgewählt wurden Entwürfe der Architekten HG Merz, Iglhaut + von Grote (beide Berlin) sowie von Sabine Sauter (Stuttgart) und Ralph Appelbaum (New York/London).
Aus den Entwürfen soll die endgültige Gestaltung des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst hervorgehen. Der Schloss-Wiederaufbau liegt sei einigen Monaten auf Eis. Das Bundeskabinett hatte im Zuge der Sparbeschlüsse den Start des auf 550 Millionen Euro veranschlagten Projekts von 2011 auf 2014 verschoben.
„Wir waren alle natürlich nicht glücklich über die Verschiebung des Baubeginns, aber Sie sehen, es geht weiter“, sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, bei der Vorstellung der Entwürfe im Kronprinzenpalais. Der Schaden durch die Verschiebung des Baubeginns halte sich in Grenzen. „Wir sind weiter im Gespräch mit der Bundesregierung.“
Stuttgarter Büro in der Endrunde
HG Merz hat unter anderem die Alte Nationalgalerie in Berlin umgebaut und arbeitet zur Zeit an der Sanierung der Staatsoper Unter den Linden. Das Stuttgarter Team um Sabine Sauter und Gisela Zimmermann ist auf Messeauftritte und Kongresse spezialisiert. Iglhaut + von Grote haben mehrere Ausstellungen, unter anderem im Märkischen Museum in Berlin, gestaltet. Ralph Appelbaum Assoc. gilt als eines der weltweit größten Büros für Museumsdesign. Entworfen hat es unter anderem das Museum für die Geschichte der US-Verfassung in Philadelphia und das American Folk Art Museum in New York.
Jedes der vier ausgewählten Büros erhält ein Preisgeld von 13 000 Euro. An dem Wettbewerb für die Gestaltung einer 17 500 Quadratmeter großen Fläche hatten sich 16 Architektur- und Designbüros beteiligt. Die Ausschreibung hatte bereits festgelegt, dass die Jury vier Entwürfe für die Endrunde aussuchen soll. Vor dem Votum für den Sieger wird der Bauherr nun mit den Kandidaten in Einzelgesprächen über Details der Ausführung beraten und sich dann entscheiden.
Die beiden Museen sollen im zweiten und dritten Obergeschoss angesiedelt werden. Auch die Humboldt Universität und die Berliner Landesbibliothek sind am Projekt beteiligt. Nach Bekanntgabe des Siegers werden die Entwürfe bis zum 19. September im Kronprinzenpalais Unter den Linden gezeigt.



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