Koalitionskrach um Theater-Intendanz
München (dpa) - Eine Personalie in der Münchner Kulturszene sorgt zurzeit für Ärger in der schwarz-gelben bayerischen Staatsregierung. Staatskanzleichef Siegfried Schneider (CSU) kritisierte Kunst- und Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) gestern scharf für dessen Entscheidung, den Vertrag mit dem Intendanten des Gärtnerplatztheaters, Ulrich Peters, nicht zu verlängern. „Es ist kein guter Stil, wenn Wissenschaftsminister Heubisch eine Personalentscheidung bekanntgibt, die noch gar nicht getroffen sein kann“, sagte Schneider nach Angaben der Staatskanzlei. Eine solche Personalentscheidung sei Sache des Koalitionsausschusses. „Es geht nicht an, dass solche Dinge vorschnell in die Öffentlichkeit transportiert werden, bevor Klarheit in der Sache herrscht“, sagte Schneider. Laut Koalitionsvertrag von CSU und FDP klärt der Ausschuss „die strittigen Fragen von grundsätzlicher Bedeutung einschließlich herausgehobener Personalentscheidungen“. „Dass es sich in diesem Fall um eine solche handelt, ist doch klar“, sagte ein Sprecher der Staatskanzlei.
Peters hatte in der vergangenen Woche davon erfahren, dass sein Vertrag als Intendant am Staatstheater am Gärtnerplatz im Jahr 2012 auslaufen soll, und sich enttäuscht an die Öffentlichkeit gewandt. Nach einem Kabinettsbeschluss soll das Gärtnerplatztheater vom Frühjahr 2012 an generalsaniert werden. Während der dreijährigen Renovierungsphase muss das Ensemble auf andere Spielstätten in München ausweichen.



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