„Theater der Welt“ im Ruhrgebiet
Essen (dpa) - Das renommierte Festival „Theater der Welt“ kommt in diesem Jahr ins Ruhrgebiet, die derzeitige Kulturhauptstadt Europas. Geplant seien 120 Vorstellungen von Sprechtheater, Tanz, Oper, Film und Performance in Mülheim und Essen, sagte die Programmdirektorin Frie Leysen. Die Belgierin versprach den Besuchern einen „Elektroschock und Momente der Schönheit“. Ihr Programm werde den immer noch kolonialistisch geprägten Blick Europas auf die Welt weiten und eine „Lektion an Bescheidenheit“ vermitteln. Das Festival, das in diesem Jahr vom 30. Juni bis 17. Juli dauert, findet im Zwei- oder Dreijahres- Rhythmus in wechselnden deutschen Städten statt.
Eröffnungspremiere ist die von dem Mexikaner Claudio Valdés Kuri inszenierte Vivaldi-Oper „Motezuma“ über die Eroberung des Aztekenreichs durch die Spanier. Das Projekt „Brave new worlds“ mit Künstlern aus dem Kongo und China zeigt, dass Migration immer häufiger nicht mehr Europa zum Ziel hat. Die Kulturrevolution in China steht im Mittelpunkt des Sieben-Stunden-Stücks „Memory“. Rocklegende John Cale zeigt Bilder aus seiner Heimat, einem Bergarbeiterdorf in Wales, und spielt dazu mit seiner Band, begleitet von einem elektronisch verfremdeten Bergmannschor. Insgesamt sind 400 Künstler aus aller Welt zu Gast.



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