Iranischer Regisseur verhaftet
Teheran/Berlin (dpa) - Der angesehene iranische Filmregisseur Jafar Panahi ist in Teheran festgenommen worden. Die Behörden wollten die Veröffentlichung eines regimekritischen Films von Panahi verhindern, hieß es auf oppositionellen Websites. Der 49-jährige Regisseur hat sich demnach in seinem Haus mit 15 anderen Dissidenten getroffen, um unter anderem über den Vertrieb seines Films im Ausland zu sprechen, als Polizeikräfte in das Gebäude stürmten. Der Geheimdienst habe zuvor einen Tipp bekommen. Der Teheraner Staatsanwalt Abbas Jafar Dolatbadi erklärte dagegen, die Festnahme sei nicht politisch begründet. Panahi und die anderen Teilnehmer des Treffens, von denen die meisten aus der Filmbranche stammen, wurden an einen unbekannten Ort gebracht.
Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hat unterdessen die Festnahme Panahis verurteilt und an die Verantwortlichen in Teheran appelliert, alles dafür zu tun, dass der Regisseur „unverzüglich“ wieder freikomme. Auch die Berlinale protestierte gegen die Verhaftung. Panahi war im Februar als Ehrengast zur 60. Berlinale eingeladen, durfte aber nicht ausreisen. Er gilt als einer der wichtigsten unabhängigen Regisseure im Iran. „Wir sind besorgt und bedauern zutiefst, dass ein mit vielen internationalen Preisen ausgezeichneter Regisseur aufgrund seiner künstlerischen Arbeit in Haft genommen wird“, erklärte Berlinale-Direktor Dieter Kosslick.



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