Falscher Hase und schießende Tapete
Die Kunstmesse art KARLSRUHE gibt sich als knallbunter Gemischtwarenladen für moderne Klassiker und Gegenwärtiges
Karlsruhe - Die Kunstmesse art KARLSRUHE präsentiert sich auch bei ihrer siebten Auflage als knallbunter und krisensicherer Gemischtwarenladen für die Klassiker der Moderne und die Kleckse der Gegenwartskunst. „Wir haben das bewährte Konzept des vergangenen Jahres verfeinern können“, zeigt sich Kurator Ewald Karl Schrade überzeugt. „Wir befinden uns von nun an mit den Messen in Berlin, Köln, aber auch in London auf einer Reiseroute.“ Mehr als 200 Galerien sind bis kommenden Sonntag zu Gast, Werke von 1400 Künstlern stehen zum Verkauf, 40 000 Besucher werden erwartet.
Mit einer Mischung aus Technik, guter Laune, Knalleffekten und Kunstmarkt-Perspektive ist Carola Ertle Ketterer nach Karlsruhe gekommen. Die Schweizerin hat sich mit ihrem Mann einen Namen gemacht als Sammlerin ausgefallener Videokunst, der die Sonderausstellung „Looping Memories“ gewidmet ist. „Shooting Wallpaper“ (Schießende Tapete) zum Beispiel lässt Figuren langsam aus einer Tapete heraustreten, sie zielen in James-Bond-Manier auf den Betrachter und ziehen sich dann wieder in das Ensemble zurück.
Mit einem kopfüber gehängten Hasen, einer Installation aus geschnittenem Flachglas, will Marta Klonowska überzeugen. Ihr Stil: Sie kopiert Tiere aus alten Gemälden wie zum Beispiel einen Luchs von Dürer und schenkt ihnen so im Zusammenspiel mit den gemalten Bildern einen modernen Einzelauftritt.
Natürlich sind auch die üblichen Verdächtigen auf der art zu finden, darunter Pablo Picasso, Horst Jansen und Ernst Ludwig Kirchner, dessen Gemälde „Sängerin am Piano“ mit einem Preis von mehr als drei Millionen Euro zu den teuersten Angeboten in Karlsruhe gehört. „Ein Ausreißer“, sagt Schrade. „Der durchschnittliche Preis für ein Kunstwerk auf der art liegt zwischen 20 000 und 50 000 Euro.“
Bis 7. März.



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