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Theologe Martin Hengel ist gestorben

Tübingen (lsw) - Der Theologe Martin Hengel, einer der bedeutendsten Experten für die Literatur des Urchristentums und des antiken Judentums, ist gestern in Tübingen im Alter von 82 Jahren gestorben. Hengel stammte aus Aalen und musste als Schüler noch an die Kriegsfront. Später leitete er zehn Jahre lang die von seinen Eltern geerbte Firma, bevor er Theologie studierte. 1969 wurde er Professor für Neues Testament in Erlangen. Von 1972 bis 1992 lehrte er an der Universität Tübingen.

In seinem Standardwerk „Judentum und Hellenismus“ wies Hengel nach, dass das antike griechische Denken, das sich bereits in der alttestamentarischen Weisheitsliteratur niederschlug, zu Lebzeiten Jesu weite Teile des Judentums durchdrungen hatte. Somit kam es nicht erst im zweiten Jahrhundert nach Christus zu einer nachträglichen Hellenisierung und Verfremdung des jüdisch-christlichen Glaubens, wie viele Forscher im Gefolge Adolf von Harnacks angenommen hatten.

 

Artikel vom 03.07.2009 © Eßlinger Zeitung

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