THEMA DES TAGES
Keine Gewalt
Gestern war der von den Gegnern so benannte Tag X. Der Abbruch des Nordflügels des Stuttgarter Hauptbahnhofes hat vor aller Augen begonnen. Was die Befürworter von Stuttgart 21 herbeisehnten, ist für die Gegner ein Menetekel. Unversöhnlich stehen sich beide Seiten gegenüber. Die Zeichen stehen auf Sturm. Das Ende der Eskalation ist nicht in Sicht.Dabei sind verschiedene Dinge nicht zu bestreiten: Erstens haben die Projektpartner Bahn, Stadt und Land nie Zweifel daran gelassen, dass in diesen Tagen der Abriss beginnt. Zweitens ist es völlig unstrittig, dass die Gegner für sich das Recht in Anspruch nehmen dürfen, gegen das Projekt zu demonstrieren. Es ist außerdem nicht zu bezweifeln, dass das Projekt quer durch alle parlamentarischen Gremien breit legitimiert ist und kein einziges Gericht bis zum jetzigen Zeitpunkt gegen Stuttgart 21 entschieden hat. Es ist richtig, dass es keine Volksabstimmung über das Projekt gab. Aber die Gegner hätten in den 15 Jahren Planungszeit Gelegenheit gehabt, Parteien an die Macht zu bringen, die das Projekt auf parlamentarischem Wege hätten vereiteln können. Nun bleibt nur die Hoffnung für alle Seiten, dass es nicht zu Gewalt kommt. Wer die Morddrohungen von Stuttgart-21-Gegnern gegen maßgebliche Politiker wie Drexler oder Schuster im Internet liest, den beschleichen leise Zweifel, dass es nicht auch noch zur Eskalation und zu Gewalt gegen Menschen und Gegenstände kommt.



Artikel kommentieren