THEMA DES TAGES
Eingelöst
Ohne Tamtam - gleichsam auf leisen Sohlen - haben die letzten US-Kampftruppen den Irak verlassen. Zwei Wochen vor der gesetzten Frist löst US-Präsident Barack Obama damit eines seiner zentralen außenpolitischen Wahlkampfversprechen ein. Das schwere Erbe, das sein Amtsvorgänger George W. Bush mit dem im März 2003 begonnenen und höchst umstrittenen Krieg hinterlassen hatte, soll auf verantwortliche Weise abgewickelt werden. Der überpünktliche Truppenabzug ist ein deutliches Signal des Präsidenten mit Blick auf die anstehenden Kongresswahlen, in denen die Demokraten ihre Mehrheit verteidigen müssen.Annähernd 4500 US-Soldaten sind im Irak getötet worden, so viel wie seit dem Vietnam-Krieg nicht mehr. Fast eine Billion Dollar hat die Mission bislang gekostet. Aber von stabiler Sicherheitslage und Befriedung unter den Volksgruppen kann im Zweistromland noch lange keine Rede sein. Seit Monaten ist die Regierungsbildung nach den Wahlen im März unklar, mehren sich wieder Terroranschläge, hapert es an der Ausbildung von Polizei und irakischer Armee. Deshalb werden vorerst noch an die 50 000 US-Soldaten im Land bleiben. Sie können jederzeit, sollte es zu schweren Konflikten kommen, einen Kampfbefehl erhalten. Für Obama gilt es nun, auf politischem Wege Ansehen und Glaubwürdigkeit der USA in der Golfregion wiederherzustellen und sich gleichzeitig darauf zu konzentrieren, in naher Zukunft auch die Mission Afghanistan zu einem akzeptablen Ende zu bringen.



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