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THEMA DES TAGES

Farbe bekennen

Von Rasmus Buchsteiner

Vier, acht, 14, 15, 20 oder gar 28 Jahre - wer bietet mehr? Bisher geht es beim Thema Laufzeitverlängerung noch munter durcheinander in der schwarz-gelben Koalition. Besonders verantwortungsvoll ist das nicht. Ist es doch ein emotional hochaufgeladenes Thema. Die große Mehrheit der Deutschen steht der Atomenergie skeptisch bis ablehnend gegenüber. Wenn die Regie‑ renden ihre Energiepläne nicht gegen die Bevölkerung durchsetzen, sondern Akzeptanz für längere Laufzeiten gewinnen wollen, kommt es entscheidend auf die Botschaft an. Keine Kompromisse auf Kosten der Sicherheit, müsste sie eigentlich lauten. Insofern ist es richtig, wenn in der Koalition nun daran gedacht wird, keine Abstriche bei der Sicherheit zu machen und noch im nächsten Jahr besonders störanfällige Reaktoren abzuschalten. Das bringt zumindest ein Stück Glaubwürdigkeit. Wenn die Koalitionäre dann noch den Weg für den möglichen und machbaren Umstieg auf erneuerbare Energien vorzeichnen, könnte es ihnen deutlich leichter fallen, die Notwendigkeit einer moderaten Laufzeitverlängerung zu erklären. Doch die parteipolitischen Spielchen der vergangenen Wochen deuten auf nichts Gutes hin. Und wofür steht eigentlich die Bundeskanzlerin, frühere Umweltministerin und gelernte Physikerin Angela Merkel in der Energiepolitik? Bisher hat sie es vermieden, Farbe zu bekennen. Dabei wird die Leistung ihrer schwarz-gelben Regierung eines Tages auch daran gemessen werden, wie sie die Weichen in der Energiepolitik gestellt hat.

 

Artikel vom 10.08.2010 © Eßlinger Zeitung

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Leser-Kommentare (1)

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10.08.2010 09:27 von Pascal Tomaszewski

Da dachte man das leidige Thema "Atomenergie" sei endlich vom Tisch und nun ist die Debatte wieder am Anfang gelandet. Fakt ist, dass Menschen Fehler machen, Fakt ist, dass Maschinen, wenn sie alt sind, anfälliger werden, Fakt ist, dass es kein Endlager für die riesigen Mengen Atommüll gibt, der noch 500.000 Jahre strahlt und hochgiftig ist, Fakt ist, dass bei einem Supergau Deutschland finanziell am Boden ist (wer kauft verstrahlte Exportgüter aus Deutschland?). Fakt ist, dass bei einem Gau Millionen von Menschen sterben würden - manche sofort, manche wenige Zeit später an der Strahlung. Aber unsere Meiler sind ja sicher. Von uns produzierte Autos bleiben ja auch nicht stehen mit Motorschaden. Gut, die hunderte von meldepflichtigen Störfälle der letzten Jahre waren bestimmt immer harmlos und werden auch immer bleiben! Kommen wir zum Geld. Atomenergie ist nur so günstig, da die Endsorgung von der Bundesregierung bezahlt wird und in die Kalkulation nicht mit einfließt. Von daher ist die Laufzeitverlängerung wieder mal eine Milchmädchenrechnung auf Kosten der Allgemeinheit. Nichts weiter.


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