THEMA DES TAGES
Ende des Langmuts
Die deutschen Behörden schaffen offenbar Fakten: Mancher Steuersünder wird in den nächsten Tagen unangenehmen Besuch bekommen - wenn die Fahnder nicht bereits vorbeigeschaut haben. Im monatelangen Tauziehen um Daten-CDs exekutieren die Staatsanwaltschaften nun, was in den meisten anderen Ländern wesentlich schneller vonstatten geht. So viel Langmut wie in Deutschland kennt man beispielsweise in den USA nicht. Das belegt der massive Druck der Washingtoner Behörden auf die Schweiz: Dass das Bankgeheimnis dort inzwischen eher dem örtlichen Käse mit seinen zahlreichen Löchern gleicht, liegt weit weniger an den diversen Attacken des früheren Bundesfinanzministers Peer Steinbrück als an den USA. Die richtige Wende kam durch die Vorstöße Washingtons zustande - eine Erkenntnis, die bei den gegenseitigen Sticheleien von Deutschen und Schweizern wieder zu gewisser Beruhigung beitragen sollte.An konsequentem Druck auf Steuerhinterzieher führt kein Weg vorbei. Der Normalbürger hat ohnehin kaum Möglichkeiten sich dem Fiskus zu entziehen. Sein Obulus, der zum Wohl des Gesamtstaats beiträgt, wird ihm ohne viel Federlesens jeden Monat abgezogen. Die Zumwinkels und Co. aber haben überzogen. Wie die ausufernde Zahl der Selbstanzeigen und die inzwischen gehandelte Summe von mehr als einer Milliarde belegen, geht es nicht mehr um Peanuts. Umso verwunderlicher ist, dass die mehr als nachsichtige Praxis der Selbstanzeige erst jetzt gekippt werden soll. Kommentieren Sie diesen Artikel bei ez-online.de.



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