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THEMA DES TAGES

Kein gutes Licht

Von Rasmus Buchsteiner

Ein Minister ist in Erklärungsnot. Einst galt Karl-Theodor zu Guttenberg uneingeschränkt als Hoff­­nungsträger und Lichtgestalt der CSU - inzwischen hat sich das Bild gewandelt. Die Affäre um den verheerenden Luftangriff von Kundus mit bis 142 Toten trübt das Bild gewaltig. Tatsächlich kümmerte sich zu Guttenberg als Wirtschaftsminister um die Rettung von Opel oder um Kredite und Bürgschaften für den deutschen Mittelstand, als die Bomben über den beiden Tanklastern abgeworfen wurden. Direkt politisch verantwortlich für diesen Fall ist er nicht. Doch sein Umgang mit der Aufarbeitung des Vorgangs wirft kein gutes Licht auf den Verteidigungsminister. Erst erklärte er den Angriff für „militärisch angemessen“, nur einige Wochen später ruderte er auch schon zurück und hielt das Bombardement von Kundus plötzlich für „militärisch unangemessen“. Was denn nun? Seine Kehrtwende begründet zu Guttenberg mit internen Unterlagen, die erst später auf seinem Schreibtisch landeten. Die Vernehmung des ehemaligen Generalinspekteurs Wolfgang Schneiderhan hat den fragwürdigen Eindruck gestern noch einmal untermauert. Von äußerster Brisanz ist für den Untersuchungsausschuss allerdings die Frage, ob bei der Aufarbeitung des An­griffs gezielt verschleiert wurde. Dieser Frage müssen die Abgeordneten noch nachgehen. Nur zur Erinnerung: An einer umfassenden Aufklärung der Fehler und Fehleinschätzungen im Fall Kundus konnte der Bundesregierung im zurückliegenden Bundestagswahlkampf kaum gelegen sein. Kommentieren Sie diesen Artikel bei ez-online.de.

 

Artikel vom 19.03.2010 © Eßlinger Zeitung

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Leser-Kommentare (3)

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22.03.2010 23:12 von K. Neumann

Der Kommentar von Herrn Fasel hat eigentlich den Platz des Leitkommentar zu diesem und jedem anderem Thema auf der Titelseite einer jeden Zeitung in dieser unserer Republik, die dem Bürger abhanden gekommen ist, verdient. Alle Achtung. Bei soviel Wegweisern zur Wahrheit durch das dunkle Dickicht von Lügen, Halbwahrheiten und Intrigen bleibt am Ende nur die Wahrheit. Und die ist traurig. Sehr traurig.

19.03.2010 12:13 von Dieter Fasel

Dubios getarnte Halbwahrheiten und getäuschte Statements, immer nach dem Motto: wer hat wann von nichts gewußt? So oder ähnlich verlaufen Sandkastenspiele im Kindergarten. Die Entscheidungsträger in Berlin reagieren entweder angemessen unwissend oder unangemessen nicht zuständig. Besonders dann, wenn es um geheime Gruppen geht. Das Ergebnis ist immer dasselbe. Keiner ist so recht schuldig und niemand weiß etwas Genaues. Verwiesen wird auf Stellen, die etwas wissen könnten aber nichts sagen, was falsch verstanden werden könnte und daher wiederum auf Andere verweisen die offiziell nichts zu sagen haben. Ein Spiel unterschiedlicher Akteure und geheimer Regisseure. Im dunklen Dickicht und unter einer Tarnkappe verborgen agieren nicht zuständige Generäle , ein geheimer Zirkel und ein politischer Staatssekretär. Dann gibt es noch einen Ressortchef, der weiß, dass er so recht nichts weiß aber so tut und davon spricht, dass das Unangemessene angemessen sei. Nachdem die Täuschung aufgeflogen war kommt promt das Dementi, man habe es nicht so gemeint und sei falsch verstanden worden. Gehen müssen dann vermeintlich Schuldige, die sich unschuldig oder nicht zuständig oder unwissend fühlen. Dann gibt es noch die Wissenden, die bleiben , aber nichts sagen oder zumindest so tun. Die können dann auch nicht falsch verstanden werden, weil sie sich über Genaues nur unverbindlich und nur schriftlich äußern. Noch Fragen? Wenn ja, dann aber nur geheim und unter voller Deckung. Dieter Fasel, Untertürkheim

19.03.2010 08:43 von G.Maurer

Der einzig richtige Kommentar zum Untersuchungsausschuß und zum Thema des Tages befindet sich auf Seite 2 der EZ vom 19.3.2010 : Nämlich Kaisers Karikatur.


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