THEMA DES TAGES
Horrorjahr genutzt
Schnell und vernichtend kam das Urteil der Anleger. Gerade 15 Minuten lag die Daimler-Bilanz vor, da war die Aktie schon mit acht Prozent ins Minus gerast. Ein enormer Kursverlust für ein Dax-Schwergewicht, der ungewöhnlich und deshalb bemerkenswert ist. Für das Unternehmen kein gutes Zeichen, wird doch an der Börse die Zukunft gehandelt und nicht die Vergangenheit. Doch wenngleich Börsianer schon oft das Gras wachsen hörten, die Aussichten des Daimler-Konzerns sind besser, als es der nach unten geprügelte Aktienkurs vermuten lässt. Das schwerfällige schwäbische Unternehmen hat das Horrorjahr 2009 dazu genutzt, einen rigiden Sparkurs zu fahren und um ein Vielfaches effizienter zu werden. Von den Einsparungen in Höhe von 5,3 Milliarden Euro, beispielsweise an Arbeits- und Materialkosten, wird ein erklecklicher Anteil nachhaltig sein. Zieht die Nachfrage weiter an, sind sprudelnde Gewinne zwangsläufig.Die Marke mit dem Stern ist gut aufgestellt, wie der Erfolg der neuen E-Klasse zeigt. Zudem kommen in den nächsten 24 Monaten 16 neue Mercedes-Modelle auf den Markt. Das verleiht weiteren Schub. Auch mit umweltschonenden Antrieben ist Daimler - endlich - besser in die Spur gekommen: Verbrennungsmotoren werden optimiert und durch Hybridantriebe ergänzt. Auch bei vollelektrischen Fahrzeugen mit Brennstoffzelle oder batterie-elektrischem Antrieb gibt es Fortschritte. Konzernchef Dieter Zetsche hat also gute Gründe, zuversichtlich zu sein - und wachsam: Probleme mit Einspritzdüsen des US-Zulieferers Delphi beim neuen Dieselmotor aus Untertürkheim sind ein kräftiger Schuss vor den Bug. Kommentieren Sie diesen Artikel bei ez-online.de.



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