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CDU: Merkel darf Atomkonzerne nicht schonen

Kraftwerksbetreiber sollen bei Verlängerung der Laufzeiten Hälfte ihrer Zusatzerträge abgeben

Stuttgart (lsw) - CDU-Fraktionschef Peter Hauk hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) davor gewarnt, die Atomkonzerne finanziell zu schonen.
„Wir bleiben dabei. 50 Prozent der Mehrgewinne aus den verlängerten Laufzeiten müssen in einen Fonds zur Erforschung und zum Ausbau der erneuerbaren Energien gehen“, sagte Hauk den „Stuttgarter Nachrichten“. Sollte sich Merkel dafür entscheiden, nur die Brennelementesteuer von 2,3 Milliarden Euro zu erheben und diese in den Bundeshaushalt fließen zu lassen, wäre das der schlimmste Fall. „Damit würde die Union ihre energiepolitische Glaubwürdigkeit verlieren.“ Hauk beklagte auch das lange Gezerre in der schwarz-gelben Bundesregierung um die Verlängerung der Laufzeiten für die Atomkraftwerke. So werde ein Meiler in Neckarwestheim seit mehreren Monaten mit geringer Leistung am Netz gehalten, um ihn nicht abschalten zu müssen. „Da entsteht immenser volkswirtschaftlicher Schaden. Und die Zeche zahlen am Ende wir alle, also die Verbraucher.“ Wenn Neckarwestheim und andere Reaktoren abgeschaltet werden müssten, „muss der Reststrom woanders eingekauft werden und dürfte teurer werden“.

Der CDU-Fraktionschef plädierte dafür, die Atomkraftwerke so lange am Netz zu halten, bis sie komplett durch erneuerbare Energien ersetzt werden können. „Ich halte deshalb nichts von Laufzeiten unter zehn Jahren, weil sonst weitere Investitionen keinen Sinn machen.“ Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) hatte sich für die Formel 15 Jahre plus X ausgesprochen.

EnBW-Chef Hans-Peter Villis bekräftigte im „Handelsblatt“, die Konzerne dächten an die Abschaltung einiger Meiler. „Wir haben der Politik nie damit gedroht, Kernkraftwerke stillzulegen. Aber es muss auch für uns der Grundsatz gelten dürfen, dass wir Anlagen nur betreiben, wenn das betriebswirtschaftlich dauerhaft sinnvoll ist.“ Wenn das nicht mehr möglich sei, bleibe keine andere Wahl, als die Stilllegung zu prüfen. Die EnBW betreibt die Reaktoren Neckarwestheim im Kreis Heilbronn und Philippsburg im Kreis Karlsruhe.

Villis reagierte auf die Signale der Bundesregierung, neben einer Brennelementesteuer von 2,3 Milliarden jährlich von den vier Kernkraftwerksbetreibern zusätzlich Beiträge zum Ausbau der erneuerbaren Energien zu verlangen. Über Umfang und Ausgestaltung dieser Beiträge herrscht im Moment noch Unklarheit. „Die Gemengelage ist für uns unübersichtlich“, sagte Villis. Die zum Teil widersprüchlichen Aussagen seien ein Problem.

 

Artikel vom 26.08.2010 © Eßlinger Zeitung

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