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„Elend und hilflos“ nach Amoklauf

München/Winnenden (dpa) - Der Amoklauf in Winnenden und Wendlingen hat auch das Leben des ehemaligen Polizeipräsidenten von Baden-Württemberg, Erwin Hetger, verändert. Der Anblick der ermordeten Schüler und Lehrerinnen habe ihn sehr aufgewühlt, sagte Hetger in einem Interview knapp ein Jahr nach dem Amoklauf dem Magazin „Focus“. „Ich habe geweint. Und ich habe gedacht: Was zur Hölle treibt den Täter zu solch einer Bluttat?“. Er habe sich noch lange nach der Tat „elend und hilflos“ gefühlt, sagte der Jurist. Der Amoklauf vom 11. März 2009 hat seine Lebensplanung beeinflusst: Hetger arbeitet seit Oktober 2009 ehrenamtlich als Landesvorsitzender des Opferhilfe-Vereins „Weißer Ring“.

10 000 Euro für Gedenkraum

Er habe für die Zeit nach seiner Pensionierung im Sommer 2009 gute Jobangebote gehabt und hätte als Sicherheitsberater für Firmen arbeiten können, sagte der 65-Jährige dem Blatt. Nach Begegnungen mit Angehörigen getöteter Kinder sei ihm jedoch klar geworden: „Immer hast du auf die Täter geschaut. Jetzt musst du dich um die Opfer kümmern.“ Der „Weiße Ring“ Baden-Württemberg stellt der Albertville-Realschule laut Angaben des Magazins 10 000 Euro zur Verfügung. Mit dem Geld sollen in der renovierten Schule ein Gedenkraum sowie ein Raum der Stille eingerichtet werden.

 

Artikel vom 08.03.2010 © Eßlinger Zeitung

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