Ärzte zweifeln an Kinder-Untersuchungspflicht
„Die, die es nötig hätten, kommen nach wie vor nicht“ - Keine Möglichkeit für Sanktionen
Kampf gegen Vernachlässigung
Die Untersuchung J1 mit 12 bis 14 Jahren werde sogar nur noch von 65 Prozent genutzt. Sozialministerin Monika Stolz (CDU) hatte vor einem Jahr gehofft, mit der Pflicht die Teilnahmequote zu erhöhen. „Ohne die Teilnahme nachzuvollziehen - etwa in einem sogenannten Trackingverfahren wie in Hessen - wird das aber nicht möglich sein“, sagte Rodens. Er räumte ein, dass auch sein Verband zunächst geglaubt habe, eine höhere Quote auch ohne Meldeverpflichtung hinzubekommen. Rodens betonte aber zugleich, dass die Ärzte dies nicht übernehmen könnten: „Das wollen wir nicht. Da geht es auch um ein Vertrauensverhältnis.“ Sein Vorschlag: Die Eltern melden selbst per Postkarte mit Arztstempel, dass sie die jeweilige Vorsorge genutzt haben. Allerdings brauche es dann eine Stelle, von der die Eltern dann an den Arztbesuch erinnert werden könnten. Die Vorsorge-Pflicht gilt seit dem 7. März 2009. Hintergrund waren erschreckende Fälle von Vernachlässigung. Nach Schätzungen des Berufsverbandes werden drei bis fünf Prozent der Kinder vernachlässigt, misshandelt oder missbraucht. Bei mehr als 60 Prozent der Fälle des Familiengerichts handele es sich um Verwahrlosung. Jedes dritte Kind dabei sei jünger als drei Jahre.




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