Tauss muss im Mai vor Gericht
Früherer Bundestagsabgeordneter beteuert weiter seine Unschuld
Das pornografische Material war im März 2009 in der Berliner Wohnung des damaligen medienpolitischen Sprechers der SPD-Bundestagsfraktion gefunden worden. Der Ex-Abgeordnete des Wahlkreises Karlsruhe-Land beteuert nach wie vor seine Unschuld und erklärt, er habe auf eigene Faust einen Kinderporno-Ring sprengen wollen. Die Ermittler behaupten dagegen, Tauss habe „keinen dienstlichen Auftrag“ gehabt und könne sich deshalb nicht darauf berufen. Gegen ihn bestehe hinreichender Verdacht, zwischen Mai 2007 und Januar 2009 in mehr als 100 Fällen Dateien mit Kinderpornos „erlangt, weitergegeben und besessen zu haben“.
Der 56-jährige Medien- und Internetfachmann war nach Bekanntwerden der Vorwürfe als Generalsekretär der Südwest-SPD und als medienpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion zurückgetreten. Er ist inzwischen für die Piratenpartei aktiv, die sich gegen das Sperren von Internet-Seiten etwa mit kinderpornografischen Inhalten einsetzt.
Der Anwalt von Tauss, Jan Mönikes, kritisierte erneut das Verhalten der Staatsanwaltschaft in diesem Fall: „Es muss noch Konsequenzen geben für die Staatsanwaltschaft, die Herrn Tauss an den medialen Pranger gestellt hat“, sagte Mönikes, der bei den vergangenen beiden Bundestagswahlen für die SPD im Wahlkreis Ludwigsburg antrat.




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