WANDERTIPP EINE RUNDTOUR BEI GEISLINGEN
Zum Ödenturm und durch das Felsental bei Eybach zurück
(sg/jp) - Geislingen an der Steige ist bekannt für den steilen Anstieg, den die von Stuttgart kommende Eisenbahn seit gut 150 Jahren in Richtung Ulm/München bewältigen muss. Geislingen wird aber auch als „Fünftälerstadt“ bezeichnet, weil an jeder Ecke Täler abgehen, und zwar das obere und untere Filstal, das Eybtal, Rohrachtal und das Längenbachtal. Wer von der Stadt aus auf die Albhochfläche will, muss erst mal kräftig marschieren. Der Höhenunterschied beträgt mindestens 200 Meter. Aber die Anstrengung lohnt sich, denn wenn man mal oben ist, hat man einen klasse Ausblick auf die Stadt und auf die Taleingänge. Der wohl schönste Blick auf Geislingen bietet sich vom Ödenturm aus, dem über 600 Jahre alten Wahrzeichen von Geislingen. Im Jahr 1802 wurde der Ödenturm von der Stadt Ulm an Bayern abgetreten, er sollte abgebrochen werden. Auf dringendes Bitten der Geislinger Bürgerschaft verfügte jedoch die bayrische Regierung, dass der Turm als Wahrzeichen vor dem Abbruch verschont blieb.
Wir starten unsere Wanderung am Geislinger Bahnhof. Über die Bahnhofstraße gelangen wir zur Fußgängerzone, an deren Ende sich das „Sonne-Center“ anschließt. Davor führt uns der Weg nach links und durch die Bahnunterführung steil bergauf bis zum letzten Haus auf der rechten Seite. Wir folgen dem gelben Dreieck, das uns zuerst auf einem Waldweg und dann plötzlich links hochsteigend in Serpentinen bis zum Ödenturm führt (45 Minuten seit dem Start am Bahnhof). Hier kann man den Blick auf Geislingen und auf die wenige hundert Meter entfernte, seitlich unterhalb des Ödenturms liegende Burgruine Helfenstein genießen.
Eine Schautafel erläutert ausführlich über die Geschichte des Ödenturms. Der 36 Meter hohe Turm wurde um das Jahr 1400 zum Schutz der Burg Helfenstein erbaut. Nach der Schleifung der Burg im Jahr 1552 blieb der Ödenturm Wachturm. Heute dient er als Aussichtsturm. In der Turmstube ist eine kleine Ausstellung zur Geschichte der Grafen von Helfenstein zu sehen. 118 Stufen führen in die Turmstube, die von den Albvereinsortsgruppen Altenstadt und Geislingen betreut wird. Hinter dem Turm befindet sich ein Rastplatz (40 Minuten vom Bahnhof).
Am „Himmelsfelsen“ vorbei
Weiter geht es, den Tafeln des Waldlehrpfads und dann dem Zeichen der gelben Gabel durch eine Senke folgend, Richtung Stadtbezirk Weiler ob Helfenstein. Wir gehen zuerst ein paar Meter links, umrunden ein Gärtchen und folgen nun dem Zeichen der roten Gabel. Nachdem wir das 500-Einwohner-Dorf durchquert haben, folgen wir der Straße nach Schalkstetten.
Nach etwa 800 Metern biegen wir links - nicht beim Parkplatz - sondern in den nachfolgenden ausgeschilderten Feldweg vor dem Aussiedlerhof mit dem Zeichen der roten Gabel ein. Nach circa 400 Metern weist uns ein Wegeschild an einem allein stehenden Baum links über einen Grasweg den Einstieg zum Felsental, den wir durch das Naturschutzzeichen am Waldesrand erkennen (40 Minuten vom Ödenturm).
Eine felsige Enge wird über zwei Metalltreppen überwunden. Nun geht es gemächlicher abwärts und bald erreichen wir die ersten Häuser von Eybach (35 Minuten von Einstieg).
Bevor wir links in den Waldweg nach Geislingen abbiegen, können wir noch einen Blick auf den mächtigen „Himmelsfelsen“ werfen. Über den anschließenden Waldweg gelangen wir nach Unterquerung der Bahnlinie zur Heidenheimer Straße. Hier geht es links ab zurück zu unserem
Ausgangspunkt am Bahnhof Geislingen (circa eine Stunde von Eybach).
STrecke, ZEIT, wissenswertes und veranstaltungen
Wegstrecke: Bahnhof Geislingen - Sonne-Center - Ödenturm - Weiler ob Helfenstein - Felsental - Eybach - Geislingen circa 8 Kilometer, circa 220 Höhenmeter. Gehzeit: circa 3 Stunden.
Der Ödenturm ist von Mai bis Oktober an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Ausgenommen sind die Feiertage Christi Himmelfahrt, Fronleichnam und der Tag der Deutschen Einheit.
Die Burg Helfenstein, im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel, wurde um das Jahr 1100 erbaut. Nach dem Verkauf der Grafschaft an Ulm wurde der Helfenstein zur Festung ausgebaut. Trotzdem nahmen 1552 Truppen des Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach die Burg ein. Nach der Rückeroberung durch die Ulmer wurde die Burganlage abgebrochen. Erst in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts hat man Grundmauern frei gelegt und als Grundrissanlage wieder hergestellt. Vom Wanderparkplatz am Ortseingang von Weiler erreicht man in 5 Minuten auf fast ebenem Weg die Ruine, zu der eine Holzbrücke führt. Wenn die Fahne gehisst ist, hat auch die Burgschenke geöffnet. Übernachtungen sind allerdings nicht möglich.
Quelle: „Wanderrouten rund um Geislingen“ unter http://www.geislingen.de/pdf/geislingenWanderrouten.pdf



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