Nach Startproblemen noch zu WM-Bronze geradelt
Steinhaldenfelder Christopher Muche fuhr bei den Junioren-Weltmeisterschaften mit dem deutschen Bahn-Vierer auf Rang drei
Montichiari/Steinhaldenfeld - Die Reise zu den Bahn-Rad-Junioren-Weltmeisterschaften in Montichiari am Gardasee hat sich für den Steinhaldenfelder Christopher Muche einmal mehr gelohnt. Der Fahrer vom 1. RV Stuttgardia errang mit dem deutschen Bahn-Vierer die Bronzemedaille.
Schnelligkeit ist sozusagen das Geschäft des Steinhaldenfelders Christopher Muche. Auch wenn er sich in den Tagen nach der Weltmeisterschaft technischen Hilfsmitteln bedient, um ordentlich in Fahrt zu kommen: Er hat das Fahrrad in die Ecke gestellt und ist aufs Motorrad umgestiegen. „Nach der WM hab ich mich komplett rausgenommen, muss nun abschalten“, sagt der 18-Jährige. Vor den Titelkämpfen war das natürlich ganz anders, da saß er „mindestens 20 Stunden pro Woche im Sattel“. Die Quälerei hat sich einmal mehr gelohnt, das wusste er spätestens, als er die Bronze-Medaille um den Hals gehängt bekam. Dieses Gefühl ist aber nichts Neues für den Fahrer vom 1. RV Stuttgardia. Bereits ein Jahr zuvor bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Moskau stand er mit dem deutschen Vierer auf der gleichen Stelle des Podests. Doch die jüngste Bronze-Medaille stuft er höher ein. „Wir wollten auf jeden Fall wieder aufs Treppchen. Doch diesmal war die Konkurrenz größer, weil auch Großbritannien am Start war. Das Team fehlte vor einem Jahr und traditionell sind die Jungs von der Insel immer stark.“ Das sollte sich bewahrheiten, die „Insel-Strampler“ holten sich Silber.Nach der Bronzemedaille im Vorjahr wollte man dieses Resultat natürlich wiederholen und der Druck auf den Vierer stieg. Doch vor Beginn des Wettkampfes hatten Muche und seine Teamgefährten Lucas Liss (Unna), Kersten Thiele (Sinsheim) und Max Beyer (Berlin) Probleme mit der Bahn. Durch sehr flache Kurven war diese ganz anders zu fahren als die Vorbereitungs-Bahn in Frankfurt/Oder, wo der Vierer zwei Wochen lang intensiv trainierte. Und erst im Wettkampf schafften es die Vier, perfekt am Hinterrad des Vordermanns zu fahren und so optimal abzulösen.So benötigte der Vierer in der Qualifikation über die vier Kilometer eine Zeit von 4:12 Minuten und zog damit mit der viertbesten Zeit ins kleine Finale ein. Gegner war dort der neuseeländische Vierer, der zwei Sekunden schneller als das deutsche Team unterwegs war. Der deutsche Trainer änderte vor dem Rennen die Reihenfolge beim Anfahren. Diese Maßnahme entpuppte sich als gelungener Schachzug. Denn durch eine sehr schnelle Anfahrt „gelang es uns, die Neuseeländer auf der Bahn vor uns zusehen, was für zusätzlichen Schub sorgte“. Und somit ließ das deutsche Team nicht nur Neuseeland (4:11 Minuten) hinter sich, sondern steigerte die Qualifikationszeit um vier Sekunden (4:08) und errang Bronze. Ebenfalls mit der Zeit von 4:08 Minuten kam der Vierer aus Großbritannien im Finale ins Ziel, musste aber die Gold-Medaille den Australiern überlassen (4:05). Wie gesagt, nun hat Christopher Muche erstmal Gas rausgenommen, fliegt demnächst nach Asien und macht eine Rundreise. Dann geht es auf die Suche nach einem Team, schließlich fährt der Steinhaldenfelder im nächsten Jahr bei den Männern. „Ich werde mich bei verschiedenen Rennställen bewerben, da werde ich schon irgendwo unterkommen.“Untergekommen ist er bereits, und zwar im Bahn-Nationalkader der Männer. „Für die Vierer-Verfolgung will man mich haben“, strahlt Muche, der in diesem Jahr in der Friedrich-von-Cotta-Schule in Stuttgart-Ost sein Abitur macht. Wie es dann mit dem Radsport weitergeht, das „lasse ich einfach auf mich zukommen“.



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