Eisenmann will nicht Oberbürgermeisterin werden
Sportbürgermeisterin empfiehlt Renner als OB-Kandidat der CDU - Kein neuer Name bei den Grünen - SPD hält sich weiter bedeckt
In einer gestern veröffentlichten Mitteilung verkündete die CDU-Politikerin, dass sie nicht antreten werde. Sie wolle sich „wie bisher mit ganzer Kraft und mit viel Freude meinen Aufgaben als Bürgermeisterin in der Bildung, im Kultur- und im Sportbereich widmen“. Die 47-Jährige wirbt stattdessen für den früheren Singener Oberbürgermeister und Ex-Sozialminister Andreas Renner als Kandidaten. Dieser habe konkrete und umsetzbare Grundideen für die Entwicklung der Stadt und könne die Bürger durch seine offene Art und seine Überzeugungskraft mitnehmen. Zudem habe er die nötige Verwaltungserfahrung. „Mit ihm können wir eine Volkswahl gewinnen“, ist sich Eisenmann sicher. Im gleichen Atemzug kritisierte Eisenmann das bisherige Vorgehen der Christdemokraten bei der Kandidatenfindung. Das Verfahren sei „in der CDU und für die CDU unglücklich gelaufen“. Für viele überraschend hatte der CDU-Kreisvorsitzende Stefan Kaufmann den Werber Sebastian Turner ins Gespräch gebracht. „Das diffuse Bild, das die CDU in der Öffentlichkeit abgibt, schadet ihr und erleichtert der politischen Konkurrenz das Geschäft“, so Eisenmann. Klar müsse auch sein, „dass Parteimitgliedschaft kein Makel ist“. Die Entscheidung über den CDU-Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters soll am 17. März bei einem mitgliederoffenen Kreisparteitag fallen. Ob es zu einem Zweikampf zwischen Turner und Renner kommt? Der Angepriesene selbst hat sich jedenfalls noch nicht entschieden. „Es gibt noch jede Menge zu bedenken“, sagte Renner gestern auf Nachfrage. Eisenmann hofft indes sehr darauf, dass sich ihr Favorit zur Verfügung stellt. „Ich glaube, dass er in das Profil passt, das wir brauchen.“ Angesichts dieser Unterstützung ist es sehr wahrscheinlich, dass der 52-Jährige in Kürze ganz offiziell seinen Hut in den Ring werfen wird. Als weiterer möglicher Kandidat für die CDU gilt noch Stuttgarts früherer Wirtschaftsförderer Wolfgang Häfele.
Weiter am Kreisen ist auch das Kandidatenkarussell der Grünen in Stuttgart. Die Absage des Bundesvorsitzenden Cem Özdemir nimmt man bei der Öko-Partei gelassen. „Die Auswahl ist auch ohne ihn groß genug“, betonte der Fraktionsvorsitzende Peter Pätzold. Dass diese Auswahl mit der Landtagsabgeordneten Muhterem Aras und der Bezirksvorsteherin von Stuttgart-Mitte, Veronika Kienzle, auch zwei Frauen beinhaltet, deute jedoch nicht auf einen etwaigen Trend zu einer grünen Oberbürgermeisterin hin, so Pätzold. Weitere Kandidaten will man bei den Grünen vorerst nicht ins Spiel bringen. Beim Treffen der Findungskommission am Donnerstagabend habe man erneut Stillschweigen über etwaige Namen vereinbart, so Pätzold. „Wir haben nur das weitere Vorgehen besprochen. Der Fahrplan steht, am 15. März wissen wir mehr.“
Bedeckt hält sich nach wie vor auch die SPD. „Das Karussell dreht sich auch bei uns schnell, nur bringen wir es nicht in die Öffentlichkeit“, sagt die Fraktionsvorsitzende Roswitha Blind. Man wolle weiterhin mit einer internen Findungskommission einen geeigneten Kandidaten finden und diesen „zu gegebener Zeit“ präsentieren. „Es muss jemand sein, der in breite Bevölkerungskreise hinein und über Parteigrenzen hinweg wählbar ist“, so Blind, die optimistisch ist, dass man parteiintern auf einen gemeinsamen Nenner komme.



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