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Schwerer Unfall auf der A8 beim Fasanenhof

 
Foto: dpa
 

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Stuttgart - Möhringen (nat) – Ein schwerer Verkehrsunfall auf der Autobahn 8 kostete in der vergangenen Nacht zwei bislang noch nicht identifizierten Fahrzeuginsassen das Leben. Der Unfall ereignete sich gegen 00.45 Uhr im Bereich des sogenannten Echterdinger Ei’s in Fahrtrichtung München.

Nach bisherigem Kenntnisstand wurde das Unglück von einem BMW-Lenker verursacht. Trotz eines dort herrschenden Tempolimits von 120 Stundenkilometern war der leistungsstarke BMW dort wohl mit weit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs. Aus noch ungeklärten Gründen fuhr er dem Anschein nach nahezu ungebremst auf den Mercedes Sprinter eines 37 Jahre alten Belgiers auf. Während der BMW sofort in Flammen aufging, wurde der Sprinter über 100 Meter weit nach vorn geschleudert und kippte schließlich zur Seite.

Der nachfolgende 50 Jahre alte Lenker eines voll beladenen Heizöl-Lastzugs erkannte den schweren Unfall und brachte seinen Lastwagen sofort zum Stehen. Ein weiterer, noch nicht identifizierter Lastwagenfahrer, der hinter dem Tanklastzug fuhr, reagierte aus ebenfalls noch ungeklärten Gründen erst zu spät und prallte seinerseits mit großer Wucht in das Heck des Tanklasters. Augenblicklich fingen beide Lastzüge Feuer, das umgehend auf die jeweiligen Ladungen, Heizöl einerseits und Traktorreifen andererseits, übergriff. Während sich der 50-Jährige aus dem vorderen Truck sofort in Sicherheit bringen konnte, hatte sein Berufskollege keine Chance. Er wurde im Führerhaus eingeklemmt. Sowohl die beiden Lastkraftwagen, als auch der BMW brannten in der Folge komplett aus. Unzählige Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Stuttgart, Echterdingen und Leinfelden waren vor Ort und hatten gegen das bis zu 40 Meter hoch auflodernde Flammenmeer aber zunächst nicht viel auszurichten. Nach stundenlangen Löscharbeiten konnte der Brand erst gegen 6 Uhr endgültig besiegt werden.
Sowohl der BMW-Fahrer als auch der hintere Lastwagenfahrer verloren bei diesem Verkehrsunfall ihr Leben. Lediglich leichte Verletzungen zogen sich die beiden anderen Beteiligten zu. Der Sachschaden dürfte nach ersten Schätzungen bei weit über einer halben Million Euro liegen.

Autobahn blieb  bis 5.30 Uhr vollgesperrt

Die Aufräumarbeiten vor Ort dauern derzeit noch an. Unmittelbar nach den beiden Kollisionen musste die Autobahn 8 in beide Fahrtrichtungen bis gegen 5.30 Uhr voll gesperrt werden. Der Verkehr in Richtung Karlsruhe konnte dabei über die Parallelfahrbahn zwischen den Anschlussstellen Degerloch und Möhringen gelotst werden; zu Verkehrsbehinderungen kam es dadurch nicht. Dies stellte sich auf der Gegenspur jedoch gänzlich anders dar. Hier war nicht nur die Durchgangsfahrbahn betroffen, sondern auch die unmittelbar neben der Hauptfahrbahn verlaufende zweispurige Überleitung zur Bundesstraße 27. Da brennender Diesel über die Fahrbahn geflossen war, musste die Überleitung bis gegen 9.30 Uhr voll gesperrt werden. Bereits eine Stunde früher hatte die Autobahnpolizei den linken Fahrstreifen der Hauptdurchgangsfahrbahn freigegeben und den Verkehr an der Unfallstelle vorbei fließen lassen.

Massive Behinderungen auch nach der Bergung -  Unfallstelle weiträumig umfahren

Nach der Bergung der Fahrzeuge erwartet die Autobahnpolizei Stuttgart jedoch weiterhin massive Verkehrsbehinderungen. Nach jetzigem Kenntnisstand muss die Sperrung der beiden rechten Fahrstreifen der A 8 in Richtung München bis am Freitagmorgen aufrechterhalten werden. Eine Vollsperrung wird es zudem heute ab 14 Uhr auf der Überleitung, bzw. der Parallelfahrbahn, zur Bundesstraße 27 geben. In beiden Fällen wurde durch die Hitze des Feuers der Asphalt derart in Mitleidenschaft gezogen, dass die Fahrbahnabschnitte mit großem Aufwand erst wieder instand gesetzt werden müssen. Überregionaler Verkehr wird aufgefordert die bis am Freitagmorgen andauernde Engestelle weitläufig zu Umfahren.


Auf der A 8 in Richtung München entwickelte sich ein Rückstau von bis 17 Kilometern Länge, der sich auch auf die Autobahnen 81 und 831 übertrug. Der Verkehr auf Ausweichrouten kam stellenweise komplett zum Erliegen.

 

Artikel vom 25.08.2011 © Eßlinger Zeitung

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Leser-Kommentare (4)

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26.08.2011 21:26 von Uwe Härter

Geschwindigkeitsbegrenzungen haben nur einen Sinn, wenn sie auch beachtet werden. Auf der A81 in der Baustelle zwischen BB-Hulb Gärtringen gilt 60km/h. Ich fahre da öfters mit meinem Sattelzug mit 60-65km/h und werde in der Regel von PKW-Fahrern mit mindest 100 km/h überholt. Wenn dann mal was passiert ist das Gejammer groß. Mehr Rücksicht untereinander würde viele Gefahrensituationen verhindern.

26.08.2011 16:39 von Thomas

Wenn auf dem Feuerwehrhelm ein Name steht, sollte man ihn vielleicht auch richtig abschreiben für die Einblendung.

26.08.2011 15:44 von Sebastian

Meinem Erachten nach handelt es sich bei dem gezeigten Transporter um einen Iveco Daily und nicht wie im Video/Artikel berichtet um einen Mercedes Sprinter.

25.08.2011 20:28 von Verkehrsvision

Man möchte meinen, des Echterdinger Ei sei das "Ei des Grauens". Bereits im Mai ereignete sich eine ähnliche Brandkatastrophe. Wenn es so weiter geht, brennt es irgendwann mal unter dem Bosch-Parkhaus. Ob man da wohl vorsorglich eine Sprinkleranlage und Brandschottung zur Fahrbahn hin verbaut hat? Warum gibt es im 21.Jhd. noch keine Systeme für LKW und PKW, die bei einer Notbremsung oder einem Aufprall ein Funksignal nach hinten senden, und nachfolgende Fahrzeuge automatisch abbremsen und/oder einen schrillen Warnton an den Fahrer abgeben. Dürfte relativ billig sein, so ein System, da es mit bereits bestehenden Systemen (Bremsassistent und Airbag) gekoppelt wird. Nur die Standardisierung und Durchsetzung muß knallhart erfolgen.


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