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Erster Pizza-Automat in Stuttgart

Stuttgart (dpa/lsw) - Wer den Piz.Top-Automaten mit vier Euro füttert, muss sich zunächst zwischen den Sorten Margherita und Prosciutto, entscheiden. Steht die Wahl, meldet sich der Automat mit lautem Rattern und der Anzeige „Bitte warten“ zum Dienst. Dann die Auskunft: „Restliche Backzeit 115 Sekunden“. Der Countdown läuft unter stetigem Rattern und Knattern, eine Schublade öffnet sich und heraus kommt die fertige Pizza auf einem Karton. Der Pizzaautomat steht in einer Videothek in der Stuttgarter Stadtmitte. Er ist der erste seiner Art in Baden-Württemberg.
„Die Pizza ist handgemacht mit echten Zutaten und nicht analog“, sagte Betreiber Roberto Fossi. Die Pizzen kommen ihm zufolge aus Italien und werden tiefgekühlt frisch gehalten. Auch der Automat ist mit zwei Kühltruhen ausgestattet. Das Innenleben von Piz.Top gleicht einer Schaltzentrale: Unzählige Kabel und Knöpfe steuern das Gerät. „Wird eine Pizza bestellt, fährt ein Aufzug mit Pizza und Karton hoch und ein Rost schiebt sich dazwischen. Dann kippt der Ofen nach oben, umschließt die Pizza und gibt Power. Und fertig“, erklärte Fossi den Ablauf.
Ein 24-jähriger Student testet Piz.Top zum ersten Mal und wählt eine Margherita. „Lecker. Könnte nur etwas wärmer sein. Aber man sieht und schmeckt, dass sie handgemacht ist.“ Sein Fazit: „Schnell, gut, günstig - eine echte Alternative zu Döner und Fast-Food-Ketten“. Das Geschäft brummt bislang vor allem zu später Stunde: „Nachts, wenn alles zu ist, ist mehr los. Dann wissen die Leute, hier gibt es noch etwas zu essen“, sagte Fossi. Er habe sogar schon Stammgäste.
Fossi sieht das Konzept noch in den Kinderschuhen: „Manchmal ist die Pizza nicht gleichmäßig warm. Aber wir arbeiten daran.“ Wenn alles perfektioniert ist, hat der Betreiber große Pläne: „Ich will einen Piz.top-Laden in Stuttgart eröffnen. Wenn wir mehr Sorten hätten, würden noch mehr Leute kommen.“
Die Pizzabäcker aus Fossis Heimat Italien zeigen sich angesichts der Expansionspläne wenig begeistert: „Die finden es schlimm. Sie sehen ihre Pizzen als Kunst und wir greifen so in die Kunst ein. Aber wir wollen keine Kunst machen, sondern den schnellen Imbiss“, verteidigt Fossi sein Konzept.

 

Artikel vom 16.12.2010 © Eßlinger Zeitung

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