Eine Welt aus Sand gebaut
Skulpturenpark im Höhenpark Killesberg bietet Kunst und Entspannung
Stuttgart - Sommer, Sand, Liegestühle, Cocktails, Hintergrundmusik. Was so paradiesisch klingt, ist kein Strandclub. Es sind die „Sandwelten“ im Höhenpark auf dem Killesberg, die noch bis Ende September zu einem Besuch einlade n .
Unter dem Thema „Mobilität der Zukunft“ entstanden im Mai binnen zwei Wochen in einem 1300 Quadratmeter großen „Sandkasten“ zehn beeindruckende Kunstwerke. Jede Sandskulptur misst eine Höhe von zwei bis drei Metern und ist stolze 40 Tonnen schwer. Gestaltet wurden sie von Künstlern (zehn Teams à zwei Mann) aus Finnland, Lettland, Tschechien, Holland, den USA und Deutschland. Insgesamt waren 500 Tonnen des körnigen Materials nötig, um das Projekt starten zu können - und eine ganze Menge starker Nerven. „Es hat viel geregnet“, sagt Initiator Markus Streibel. „Den Kopf haben wir aber dennoch nicht in den Sand gesteckt“, fügt er lachend hinzu.Die „Sandwelten“ finden zum ersten Mal in Stuttgart statt. Die Premiere ist nach Einschätzung von Veranstalter und Künstlern gelungen. Das Interesse eines breiten Publikums halte seit Mai konstant an. Erwachsene bestaunen die gigantischen Kunstwerke und vor allem Kinder seien von ihnen begeistert, sagt Streibel. Das freilich sei nicht unproblematisch: Kinder sind neugierig. Und daher ist die Mahnung „nicht anfassen“ oft zu hören. Am Anfang sei es besonders schwer gewesen, die Hände der Kleinen von den empfindlichen Skulpturen fern zu halten, sagt Streibel. „Da wurde auch schon mal mit dem Finger reingebohrt.“ Wind und Wetter stellen dagegen nur eine geringe Gefahr dar. Damit die Werke aus Sand noch bis zum Ende der Schau erhalten bleiben, werden sie immer wieder mit Holzleim besprüht - natürlich auf rein biologischer Basis.Die Reaktionen der Gäste auf die Ausstellung aus Sand freuen Markus Streibel. „Die Leute kommen rein, kriegen ganz große Augen und den Mund gar nicht mehr zu.“ Aber die Besucher können die Sandskulpturen nicht nur bestaunen, sondern sich auch selber im Skulpieren versuchen. Der Sandkasten im XXL-Format ist ein Erlebnis für Groß und Klein. „Oft sehe ich hier Muttis mit ihren Kindern sitzen. Die Eltern entspannen mit einer Tasse Kaffee in der Hand im Liegestuhl, unterhalten sich und schauen den Kleinen beim Spielen zu - das ist wirklich nett.“ Die „Sandwelten“ sind ein beliebtes Ausflugsziel für Heimaturlauber geworden. Auch Familie Deininger reiste extra aus Laugenbrettach, in der Nähe von Heilbronn, nach Stuttgart, um die „Welt aus Sand“ zu erkunden. „Den Kindern gefällt`s, es ist sehr interessant - eben mal was anderes.“ An den Wochenenden und vor allem in den Abendstunden ist die Ausstellung gut besucht. „Sobald es dunkel wird, werden die Skulpturen und das Gelände von Scheinwerfern und Lichterketten beleuchtet - das schafft eine tolle Atmosphäre. Dann sitzen junge und ältere Menschen zusammen, trinken einen Cocktail und lauschen der Musik“, weiß Streibel. Straßenmusiker, die am Wochenende die Gäste mit ihren feinen Jazzklängen unterhalten, sind neu im Programm der „Sandwelten“. So kann man sich in den Liegestuhl zurücklehnen und die Seele baumeln lassen.



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