Kinder kochen Allgäuer Kässpätzle
Krumbach-Familienstiftungs-Projekt „Rollende Küche“ machte einen Tag Station auf dem Stuttgarter Weindorf
Stuttgart (yw) - Auf dem Weindorf spielt Regionalität nicht nur bei den Erwachsenen, sondern auch bei den Kleinen eine wichtige Rolle: Die „Rollende Küche“ der Krumbach Familienstiftung machte gestern zum ersten Mal Station in der Laubenstadt. Kinder lernen bei diesem Allgäuer Projekt, wie man gesundes Essen mit regionalen Produkten zubereitet.
„Mir fliegt die Kochmütze dauernd weg. Der Wind ist so stark“ - Finn, eines der zwölf Kinder der katholischen Kita Maria Regina, hatte alle Hände voll zu tun: Messer festhalten, auf die Mütze achten, Hände waschen, dem Koch zuhören. Im Innenhof des Alten Schlosses ging es gestern wesentlich friedlicher zu, als am Vorabend bei der Eröffnung zum 34. Stuttgarter Weindorf. Die „Rollende Küche“ - ein Projekt der Krumbach Familienstiftung - machte nämlich gestern Mittag Halt in der Laubenstadt und zwei Kindergruppen hatten das Vergnügen, Gemüse und Obst zu schnippeln und Spätzle zu schaben. Ein umgebauter Ausschankwagen, der normalerweise nur Kindergärten und Schulen in den Landkreisen Ravensburg, Oberallgäu und Lindau ansteuert, war im Innenhof platziert worden. „Ziel des Projektes ist, dass sich Kinder fürs Kochen begeistern und spielerisch wichtige Küchentechniken lernen“, so Fritz Mutter, Vereinsvorsitzender von Pro Stuttgart. Er ist im Kuratorium der Krumbach Familienstiftung tätig und findet das Konzept der „Rollenden Küche“ toll: „Kinder erfahren auf diese Weise viel über die Lebensmittel, über das Kochen und über Tischmanieren.“ Solch ein ähnliches Projekt will der Pro Stuttgart Verein auch in der Landeshauptstadt verwirklichen. Geplant sei, als Verein in Zusammenarbeit mit der Kinderbeauftragten der Stadt Stuttgart, Roswitha Wenzl, ein Konzept zusammenzustellen, das für Kinder so attraktiv wird, wie das Angebot der „Rollenden Küche“. „Im Moment sind wir in der Überlegungsphase. Aber wir werden auf jeden Fall etwas auf die Beine stellen“, so Mutter. Die leuchtenden Augen und die Begeisterung der Kinder beim gemeinsamen Kochen zeigte, dass das Thema gesunde Ernährung Spaß machen kann. Koch Markus Peter verteilte zu allererst Äpfel: „Wir bereiten den Nachtisch vor: Apfelquark mit Honig.“ Julie blickte auf ihre Apfelhälfte, griff zum Messerchen und startete. Paolo war zu schnell und schnitt sich in seinen Finger - das kann beim Kochen passieren. Pflästerchen um und weiter ging‘s. In den Quark füllte Markus Peter Honig: „Der ist nämlich viel gesünder als Zucker und schmeckt besser.“ Anstrengend sei Kochen schon, sagte Emilia, aber es mache Spaß. Vor allem das Gemüse schnippeln. Denn Karotten-, Gurken- und Eisbergsalat mussten auch noch zubereitet werden. „Ich freu mich auf die Kässpätzle“ - Adam konnte es kaum erwarten, nicht nur Spätzle zu schaben, sondern sie auch zu probieren. Das Projekt beeinhaltet nämlich auch das gemeinsame Essen nach getaner Arbeit. Der Besuch der „Rollenden Küche“ ist das Resultat einer gelungenen Kooperation zwischen fünf Partnern:. Krumbach Familienstiftung, Kinderbüro Stuttgart, Landesmuseum Württemberg, Pro Stuttgart und Krumbach. „Das Weindorf steht für regionalen Genuss. Das Thema Regionalität wollten wir auch für die Kleinen in diesem Jahr mit der ‚Rollenden Küche aufgreifen“, so Mutter.



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