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Am Flughafen wird das Fliegen zur Nebensache

Kaffee, Fastfood, Sterneküche: Das Unternehmen Wöllhaf bietet alles

  Katharina Konopka im Restaurant Red Baron im Stuttgarter Flughafen. Sie macht bei der C. Wöllhaf GastroService GmbH eine Ausbildung. Foto: dpa
 

Katharina Konopka im Restaurant Red Baron im Stuttgarter Flughafen. Sie macht bei der C. Wöllhaf GastroService GmbH eine Ausbildung. Foto: dpa

 

Stuttgart - Von der Kaffeebar über die Fast-Food-Kette bis hin zum Gourmetrestaurant mit Michelin-Stern: Das Unternehmen C. Wöllhaf GastroService GmbH ist seit 1983 in der Gastronomie tätig - und das ausschließlich an Flughäfen. Von den 22 Cafés und Restaurants, die es am Stuttgarter Flughafen gibt, betreibt Wöllhaf 12.

Von Brigitte Galiger

Stuttgart ist der „Heimflughafen“ des Unternehmens, aber nicht der einzige Standort. Auch in Berlin-Tegel, Berlin-Schönefeld, Düsseldorf und Köln-Bonn ist Wöllhaf mittlerweile vertreten. Und wenn 2012 die ersten Flugzeuge auf dem neuen Hauptstadt-Airport Berlin Brandenburg starten und landen, wird Wöllhaf mit zwei neuen Gastronomiekonzepten vor Ort sein. Insgesamt mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen bundesweit. 2009 hatte der Gastro-Experte einen Jahresumsatz von 40,2 Millionen Euro. Die Wirtschaftskrise ist auch an Wöllhaf nicht vorbeigegangen. „Die gesamte Flughafengastronomie hat unter der Krise gelitten“, erklärt Dirk Wöllhaf, der seit 2008 im Unternehmen seines Vaters als Berater tätig ist. Im ersten Halbjahr 2010 sei vor allem die Vulkan- Aschewolke aus Island eine Katastrophe gewesen. „Von der Intensität her hat uns die Aschewolke mehr geschadet als die Wirtschaftskrise“, erklärt der Manager. Fünf Tage lang waren alle Cafés und Bars geschlossen, die Terminals leer. „Eine wirklich außergewöhnliche Stille war das“, erinnert sich Wöllhaf. Bislang gibt es das Unternehmen nur am Airport. Überlegungen, auch außerhalb der Flughäfen tätig zu werden, befinden sich noch in der Anfangsphase. „Unsere Kernkompetenz ist der Flughafen“, erklärt Christina Maier, Mitglied der Geschäftsführung. Die Verkehrsgastronomie am Flughafen sei nicht vergleichbar mit der am Bahnhof oder in der Innenstadt. Das sieht auch Daniel Ohl vom Hotel- und Gaststättenverband Baden- Württemberg so. „Man kann Äpfel nicht mit Birnen vergleichen“, sagt der Dehoga-Sprecher. „Die gastronomischen Einrichtungen am Flughafen sind hoch spezialisiert.“ Sie müssten aufgrund der internationalen Gäste verschiedene Ernährungsgewohnheiten berücksichtigen und eine große Bandbreite abdecken. Trotzdem ist sich Ohl sicher, dass auch an den Flughäfen keine Abstriche bei der Qualität gemacht werden. „Der Qualitätsanspruch ist an den Flughäfen mindestens genauso hoch wie in der Innenstadt“, erklärt er. Wichtig sei auch, dass es immer schnell geht, in der Küche wie im Service. „Die Betriebe müssen fast immer verfügbar sein und auch zu untypischen Zeiten laufen.“ Das Gesamtkonzept des Stuttgarter Airports hat sich nach Einschätzung von Flughafen-Sprecher Volkmar Krämer in den vergangenen Jahrzehnten zudem deutlich verändert: „Der Flughafen früher, das war eine Startbahn mit einem Gebäude. Heute ist der Flughafen ein Supermarkt mit einer Startbahn.“ Einzelhandel, Gastronomie, Werbeflächen und Parkhäuser würden immer mehr an Bedeutung zunehmen. „Ein Drittel unseres Gesamtumsatzes stammt aus dem Bereich.“ Für die Gastronomie ist Wöllhaf am Flughafen Stuttgart jedoch nicht alleine verantwortlich. Das italienische Unternehmen Autogrill ist der zweite Anbieter und betreibt nur zwei Restaurants weniger. „Autogrill agiert international und ist börsennotiert; Wöllhaf hingegen unternehmergeführt“, erklärt Krämer den Unterschied zwischen den beiden Unternehmen. Zudem sei Wöllhaf überwiegend auf individuelle Konzepte ausgerichtet, während Autogrill überwiegend schnelles Essen biete.

 

Artikel vom 26.08.2010 © Eßlinger Zeitung

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