Weniger Geld für Blumen im Höhenpark
Neuer Rasen statt angelegte, blühende Beete - Diskussion auch über den Streichelzoo
Stuttgart - Von den Sparmaßnahmen im Haushalt ist auch der Höhenpark Killesberg betroffen. Die mit bunten Blumen bepflanzten Schmuckflächen in den Grünanlagen wurden um rund 20 Prozent reduziert. Auch über die Erhaltung des Streichelzoos wird diskutiert.
Deutlich ist es zu erkennen: Am Cannstatter Eingang zum Höhenpark ist im Moment noch eine erdige Fläche zu sehen. Dort wurde neuer Rasen gesät, das Blumenbeet somit verkleinert. Für den Betrachter kein gewohntes Bild, wo doch der Höhenpark für seine blühende Pracht in sämtlichen Farben bekannt ist. „Die Pflanzflächen für Blumen wurden im Allgemeinen verkleinert, um zu sparen“, sagt Werner Koch, Leiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamtes. Dafür werde es etwas mehr Rasen geben. Gebührenerhöhungen, Standardreduzierungen und die Einschränkung von Leistungen - auch das Gartenamt ist geprägt von den Haushaltsdebatten. Die mit bunten Blumen bepflanzten Schmuckflächen in den Grünanlagen wurden um rund 20 Prozent reduziert - wegen der Sparmaßnahmen.„Der Killesberg in Stuttgart verliert dadurch zwar nicht an Attraktivität und Aufenthaltsqualität. Aber es blüht merklich weniger“, sagt Koch. Im Bereich der Sommerwiese werde allerdings nicht gespart, denn diese gehöre zur Denkmalpflege. Auch die Mähflächen wurden verändert. „Die Abstände der Beete wurden verbreitert“, sagt Koch. Wie oft der Rasen gemäht werden müsse, hänge von den Wetterbedingungen ab. „Das ist mal mehr, mal weniger. Da greifen keine Sparmaßnahmen. Das hält sich von Jahr zu Jahr meist gleich“, so der Amtsleiter. Um zehn Prozent solle auch die Gehölzflächenpflege eingedampft werden. Damit würden die Flächen freilich schnell ungepflegt wirken, und der Unkrautbewuchs nehme zu. „Wenn das Laub im Herbst zu lange liegen bleibt, beschweren sich die Bürger ja manchmal auch. Also können wir auch bei den Laubbläsern nicht viel einsparen“, sagt Koch. Wie viele Kosten durch weniger Blumen eingespart werden können, wird nicht gesagt. Genaue Zahlen gibt es noch nicht. Beliebt ist nicht nur die Blumenpracht des Höhenparks. Auf dem Killesberg sind die Streicheltiere eine der Attraktionen. Auch hier wurde diskutiert: Sie trügen nicht zur Erhaltung der Denkmaleigenschaft des Parks bei und seien folglich entbehrlich, hieß es. Geschützt seien nur die Flamingos. Dennoch sei laut Koch der Streichelzoo ein „Aushängeschild des Höhenparks“. Vor allem die Kinder hätten ihren Spaß daran. Bei den Jungtieren allerdings überlege man dann, ob man die nicht an private Halter abgebe. Sogar die Eisenbahn im Killesbergpark stand auf der Liste. Stellte man den Betrieb ein, ließen sich 80 000 Euro sparen. „Aber die Kleinbahn steht unter Denkmalschutz.“ Und bei Parkspaziergängern beliebt sei sie allemal. Die Fahrzeiten hingen vom Wetter ab. „Das Wetter an Pfingsten beispielsweise war perfekt. Die Bahn war voll. Es war der Teufel los.“ Man müsse ja nicht an Stellen sparen, an denen Menschen ihre Freude haben.



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