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Kulturgenuss von spät bis früh

Die Lange Nacht der Museen bietet am Samstag ein umfangreiches Programm mit vielen Neuheiten

 
 
 

Stuttgart (yw) - Nachtschwärmer, Entdeckungsfreudige und Kunstliebhaber haben sich den 20. März sicher längst im Kalender angestrichen. An diesem Samstag öffnen etwa 90 Einrichtungen in Stuttgart ihre Türen zur „Langen Nacht der Museen“ und präsentieren ihre beeindruckende Vielfalt.

Ob weltberühmte Sammlungen, Orte, die sonst nicht zugänglich sind, ausgefallene Performances oder subkulturelle Off-Spaces - in dieser Nacht lassen sich die vielen großen und kleinen Kostbarkeiten der Landeshauptstadt erleben. Mehr als 28 000 Kunst- und Kulturinteressierte verwandelten Stuttgart im vergangenen Jahr in ein riesiges Museum. „Diese Zahl wollen wir wieder erreichen“, sagt Organisatorin Corinna Reimold. Zehn Touren werden angeboten, acht davon werden mit dem Bus abgefahren, zwei mit der S-Bahn. Zum allerersten Mal dabei sind zum einen die Autotüftler von Mahle Inside, die in ihr neues, sonst für die Öffentlichkeit nicht zugängliches Firmenmuseum einladen. Zum anderen kann man im Römerkastell einen Blick hinter die Kulissen der Studios für die TV-Serie „Soko Stuttgart“ werden. Und nicht zuletzt wird sich auch die Straßenbahnwelt Stuttgart präsentieren. In den denkmalgeschützten Hallen des Cannstatter Straßenbahndepots gibt es einen Überblick über gut 100 Jahre Nahverkehrsgeschichte.Mobilität steht auch bei der Stuttgarter Modellbahnschau im Vordergrund. Im Königsbau tauchen Besucher in eine 900 Quadratmeter große Miniaturwelt ein. Ein einzigartiges Erlebnis der ganz anderen Art hält die Virtual Reality Installation bereit. Die kleine Schalterhalle des Hauptbahnhofes wird zur virtuellen Welt, in der schon mal die Zukunft erahnt werden kann. Handfester geht es in der Handwerkskammer zu. Hier kann den Kunsthandwerkern bei der Arbeit über die Schulter geschaut werden.Die neu eröffnete Galerie Takinu lässt mit restaurierten Flipper-Spielautomaten eine schon fast vergessene Ära wieder aufleben. Im Hauptstaatsarchiv gibt es Funk und Soul, im Linden-Museum kommen dagegen Akustik-Fans bei Musik mit Ukulelen, Teekistenbass und Percussions auf ihre Kosten. Argentinischer Tanz ist bei Tango Ocho zu erleben und wer dann noch Lust auf eine 70-er Jahre-Party hat ist in den Ateliers in den Wagenhallen richtig. Fast schon traditionell öffnen etliche Häuser ihre Pforten nur zur Langen Nacht der Museen: der Bunker unter dem Marktplatz gewährt den Einblick in Stuttgarts einst ungwöhnlichstes Hotel.Im Bunker unter dem Wilhelmsplatz herrschen Armut und Anarchie. Das Abschiedshaus Haller wird vom Bestattungsunternehmen zum Ort der Kultur. Vom Verkehrsknoten zum Kunstbecken wird der Hafen Stuttgart. Auch für Feierfreudige hat die lange Museumsnacht einiges zu bieten. Nachtschwärmer können nach einer Bierprobe direkt an der Quelle weiterfeiern: Die Fasshallen von Dinkelacker laden bis zwei Uhr nachts zur ausschweifenden Party.Auch die Stuttgarter Weingärtner gewähren schmackhafte Einblicke in ihre Arbeit: Auf der Weintour erfahren Besucher alles über das Werden und Entstehen des Rebensaftes, der Holzfasskeller im Fleckensteinbruch öffnet eigens seine Türen. Romantiker kommen an der Grabkapelle voll auf ihre Kosten. Der ohnehin schon idyllische Ort erscheint durch die bunte Illuminierung in neuem Glanz. Auch für kleine Kulturentdecker bietet die lange Museumsnacht ein umfassendes Programm. Bereits ab 17 Uhr laden neun Museen zu zahlreichen Workshops, Malkursen, Führungen und Entdeckungstouren ein. Shuttle-Busse bringen die Kinder zu den Einrichtungen. Eintrittskarten (Erwachsene 15 Euro, Kinder 6 Euro) gibt es unter der Service-Nummer 0711/ 6015 444 und an den Abendkassen in allen teilnehmenden Häusern. Das Lange-Nacht-Ticket gilt am 20. März ab 15 Uhr als VVS-Kombiticket. Programminfos unter www.lange-nacht.de

 

Artikel vom 18.03.2010 © Eßlinger Zeitung

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