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Dinosaurier wird zum Leben erweckt

Museum am Löwentor präsentiert bis zum 21. März 3D-Animation eines Othnielosaurus

  Florian Pointke blickt durch das „Head Mounted Display“ auf das Skelett eines Dinosauriers. Mit Hilfe modernster Technik wird der Othnielosaurus per 3D-Animation zum Leben erweckt. Foto: Steegmüller
 

Florian Pointke blickt durch das „Head Mounted Display“ auf das Skelett eines Dinosauriers. Mit Hilfe modernster Technik wird der Othnielosaurus per 3D-Animation zum Leben erweckt. Foto: Steegmüller

 
Stuttgart (seb) - Das Museum am Löwentor präsentierte gestern in Zusammenarbeit mit dem Institut für Wissensmedien in Tübingen die 3D-Animation eines Dinosaurierskeletts. Der 1,6 Meter große Othnielosaurus wird mit Hilfe der „Mixed Reality-Technologie“ - einem japanischen Forschungsprojekt - für die Besucher noch bis zum 21. März zum Leben erweckt.

Während 3D-Filme wie Avatar mittels moderner Brillen einen dreidimensionalen Eindruck auf die Kino-leinwand zaubern, geht die Animation im Löwentor-Museum einen Schritt weiter. Mit Hilfe der „Mixed-Reality-Technologie“ taucht der Betrachter in die Welt der Dinosaurier tiefer ein. Auf jeden Schwenk des so genannten „Head Mounted Displays“, eine übergroße Brille mit zwei getrennten Monitoren, reagiert der Computer blitzschnell. Markierungen auf dem Fußboden und der Wand dienen zur Positionsbestimmung rund um das Exponat. Das Programm berechnet die neue Perspektive und verändert den Betrachtungswinkel. Nähert man sich dem Dinosaurier, wird er auch in der Animation entsprechend größer, allerdings mit Haut und Haaren. Rund herum kann man sich das längst ausgestorbene Tier in seinem natürlichen Lebensraum anschauen. Zudem bekommt man in dem sechsminütigen Film etwas über den Skelettaufbau und die mögliche Farbe von Dinosauriern erzählt. „Die Kinder sind am Anfang von der Technologie überwältigt, nach einiger Zeit öffnen sie sich für den Inhalt des Films“, sagt Stephan Schwan vom Institut für Wissensmedien in Tübingen. Zielgruppe seien Kinder- und Jugendliche ab neun Jahren. „Man merkt, dass Computer zu ihrem Alltag gehören, sie gehen unverkrampft an die neue Technik ran.“ Erforscht wird der Nutzen von virtuellen Welten für Lern- und Wissensprozesse im Museum. Die Technologie, die Wissenschaftler Makoto Manabe vom National Museum of Nature and Science in Tokio entwickelt hat und auch in Stuttgart betreut, könnte eine zukunftsweisende Präsentationsform sein. „Mixed-Reality schließt die Lücke zwischen der Vergangenheit und der Realität“, sagt Manabe. Der Trend gehe auch in den Museen mehr und mehr zur Interaktion. Bereits in sechs Jahren könnten die virtuellen Geräte, die zurzeit auf Grund der hohen Kosten nur in Industrie und Forschung eingesetzt werden, auch in der Unterhaltungsbranche Verwendung finden.

 

Artikel vom 17.03.2010 © Eßlinger Zeitung

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