Verwaltung fährt auf Elektro-Roller ab
Landeshauptstadt erhält 25 Zweiräder aus der EnBW-Flotte zum Testen
„Born to be wild“: An der ersten Testfahrt auf dem Marktplatz nimmt auch OB Wolfgang Schuster teil. Foto: dpa
Stuttgart (ae) - Allein mit Muskelkraft und eisernem Willen geht es in der bergigen Schwabenmetropole offenbar nicht: Um die Stuttgarter für emissionsfreie Zweiräder zu begeistern, werden 500 gesponserte Elektroroller auf den Straßen eingesetzt. Die Verwaltung fährt dabei voran: Gestern erhielt sie vom Energiekonzern EnBW 25 Scooter, die bei Dienstfahrten getestet werden.
Ob Wolfgang Schuster in Zukunft seinen Dienstwagen in der Garage lässt und stattdessen mit dem Elektro-Roller vorfährt, ist noch offen. Zumindest drehte das Stadtoberhaupt gestern auf dem Marktplatz die ersten Runden mit dem emissionsfreien Gefährt. Überreicht wurden die Zweiräder eines Schweizer Herstellers an die Verwaltung von Christian Buchel. Die größte Herausforderung beim Thema Elektromobilität liege weniger in der Technik, betonte das EnBW-Vorstandsmitglied. „Wir brauchen vielmehr eine entsprechende Infrastruktur.“ 500 E-Roller will der Energiekonzern ab Juli auf ihr Fahr- und Tankverhalten testen - damit gilt die Flotte in der Region als die größte Deutschlands. „Die steigenden Mobilitätsanforderungen sowie der wachsende Verkehr in unseren Städten erfordern neue Antworten - auch aus ökologischen Gründen“, betonte der OB. Dabei könne Elektromobilität wesentliche Lösungsansätze bieten, um in der Landeshauptstadt Probleme wie Lärm und Feinstaub zu meistern.
In der Schweiz werden E-Roller bereits von der Post genutzt. Die Zweiräder erreichen Tempo 45, können mit einer Batterie-Ladung zwischen 40 und 100 Kilometer weit fahren. 700 Stromtankstellen wurden bereits im Stadtgebiet aufgebaut. Zu den Pionieren, die in der Verwaltung künftig die Scooter nutzen werden, gehören die Bezirksämter der Stadtteile Feuerbach, Mühlhausen, Botnang und Stammheim sowie die Mitarbeiter des Garten- und Friedhofsamts. Drei Zweiräder werden im Rathaus abgestellt sein.
Dass Stuttgart zum Zentrum für E-Mobilität werden soll, hat Schuster in der Vergangenheit mehrfach betont. Ein weiterer Bestandteil seines Konzepts: Die Anschaffung von Pedelecs soll mit 2,7 Millionen Euro aus Bundesmitteln gefördert werden. Allerdings lassen die Gelder aus Berlin auf sich warten. Von einem „Antragsstau“ ist die Rede, die Situation sei schwierig.
Artikel kommentieren