› mehr Wetter 

„Wir möchten das Angebot in Richtung Norden ausbauen“

Direktor Georg Fundel sieht den Flughafen gut aufgestellt - Dubai und Katar weiter auf der Wunschliste

 
 
 

113 Ziele in 13 Ländern - Trotz Wirtschaftskrise bleibt die Zahl der Verbindungen vom Stuttgarter Airport aus konstant

Stuttgart (eli/eh) - Der Stuttgarter Flughafen startet am 28. März seinen Sommerflugplan. Dann fliegen insgesamt 39 Fluggesellschaften zu 113 Zielen in 31 Ländern. Die Zahl der Starts und Landungen wird leicht zurückgehen. Grund dafür sind größere Flugzeuge mit mehr Sitzpl ätzen. Allein 24 Flugziele bedient die Fluggesellschaft Germanwings von Stuttgart aus. Neu im Angebot ist Hannover, dafür wird Warschau gestrichen. Germanwings, eine Tochter der Lufthansa, führt mit zwei Millionen Passagieren und 22 Prozent der Anteile den Markt in Stuttgart an. „Das wollen wir a usbauen“, hebt der Unternehmenssprecher Heinz Joachim Schöttes den Stellenwert Stuttgarts hervor. Sieben Maschinen hat Germanwings dort stationiert. Die Gesellschaft fliegt mit Maschinen vom Typ Airbus A 319, die 150 Sitze haben. Obwohl Germanwings außer Hannover keine neuen Ziele anbietet, baut sie das Angebot aus. Die Ziele Berlin, Pristina, Barcelona und Wien werden aufgestockt. „Unsere Geschäftsziele Berlin, Hamburg und Wien laufen hervorragend“, nennt Schöttes eine Hauptursache des Erfolgs. Die Urlaubs- und Kurzreiseziele gäben Anlass zum Optimismus, „deshalb stocken wir auf“. Nur Warschau gebe man auf, weil das Ziel die Erwartungen bei weitem nicht erfüllt hätte. Die Fluggesellschaft Airberlin, die bei den Marktanteilen in Stuttgart nach Germanwings und vor der Lufthansa rangiert, setzt am Standort auf Wachstum. „Wir wollen die Nummer 1 werden“, sagt Pressesprecherin Nadine Bernh ard. Nur die Strecke nach Pristina, die einmal in der Woche bedient wurde, fällt weg. Dagegen erhöht Airberlin die tägliche Frequenz nach Berlin auf sieben Flüge. Neben Sylt und Usedom (jeweils einmal pro Woche) gibt es künftig Flüge nach Florenz, Brindisi und Mailand, auch Ibiza und Bodrum kommen neu hinzu. Die Lufthansa nimmt Manchester und Athen neu ins Angebot. Der Flug nach Westerland auf Sylt, den es im Sommer 2008 noch gab, fällt weg. „In der heutigen Zeit überprüfen wir die Wirtschaftlichkeit unserer Flugverbindungen noch genauer“, sagt Felix Redeker, Lufthansa-Stationsleiter in Stuttgart. Das sei für seine Gesellschaft wichtig, „denn unsere Passagiere sind vorwiegend Geschäftsreisende, da leiden wir unter der Krise“. Mit Nonstop-Flügen zu 15 Zielen in Deutschland und Europa, die Lufthansa ab 28. März mit den konzern­eigenen Gesellschaften Austrian und Swiss anbietet, sieht der Stationsleiter das Angebot gut aufgestellt. Die Lufthansa wolle in Stuttgart weiter wachsen. „Die Wirtschaftsregion ist für uns sehr wichtig.“

Zehn Prozent weniger Passagiere wirken sich auf das Angebot am Flughafen aus. Dessen Direktor Georg Fundel ist mit der Vielfalt dennoch zufrieden. Elisabeth Maier sprach mit ihm über die Perspektive des Standorts.

Einige Fluggesellschaften wie etwa die Lufthansa reduzieren ihr Angebot wegen der Wirtschaftskrise. Wie wirken sich diese Einschnitte auf den Standort Stuttgart aus?

Fundel: Dass sich die Situation auf einem Flughafen ständig ändert, ist normal. Zum Beispiel die Lufthansa: Sie ist derzeit in einer besonderen Situation. Sie sortiert ihre Beteiligungen. Nach der Tochter Germanwings und der Swiss kamen auch Austrian Airlines dazu. Da werden Flugverbindungen optimiert und nur noch von einer Airline angeboten. Bedauerlich ist, dass Germanwings den Flug nach Warschau gestrichen hat. Aber wir hoffen auf die polnische Gesellschaft LOT, dass sie die Verbindung übernimmt. Insgesamt ist Stuttgart sehr gut aufgestellt, was die Flugziele angeht - sowohl für die Geschäftsreisenden als auch für den Tourismus.

Welche Flüge innerhalb Europas stehen auf Ihrer Wunschliste?

Fundel: Wir möchten das Angebot in Richtung Norden ausbauen. Da sehe ich noch Perspektiven. Ansonsten geht es uns in Gesprächen mit den Fluggesellschaften darum, aufzuzeigen, dass es bei bestehenden Verbindungen für zusätzliche Anbieter Potenziale gibt. Es ist im Sinne des Kunden, dass mehrere Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Das wirkt sich auf die Preise aus.

Günstigflieger haben in Stuttgart bedeutende Marktanteile. Wie profitiert da der Flughafen?

Fundel: Wir haben den Vorteil, dass wir einen guten Mix an Fluggesellschaften haben. Unter den 60 Fluggesellschaften, die von Stuttgart aus Flüge anbieten, gehören die Günstigflieger zu de n wettbewerbsfähigsten und für die Kunden attraktivsten. Dass dieses Konzept aufgeht, sehen wir an den Passagieren. Das Einzugsgebiet erweitert sich. Teilweise haben wir Autonummern aus Frankreich, der Schweiz oder aus den neuen Bundesländern auf den Parkplätze n.

Fernziele wie Dubai oder Katar sind wegen der Wirtschaftskrise in weite Ferne gerückt. Sehen Sie dafür langfristig noch Perspektiven?

Fundel: Die Verbindung nach Dubai ist nicht in weite Ferne gerückt. Dass sie nicht zustande gekommen ist, liegt an den Verkehrsrechten, die uns fehlen. Die Fluggesellschaft Emirates hat uns signalisiert, dass sie die Verbindung aufnehmen würde, wenn seitens der Politik eine entsprechende Entscheidung gefällt würde. Das ist bisher nicht geschehen - daran werden wir weiter arbeiten. Anders sieht die Sache bei Katar aus. Qatar Airlines hat ihr Wachstum aufgrund der Krise reduziert. Aber das Emirat baut seine Beziehungen zu unserer Wirtschaftsregion aus, es ist bei Porsche eingestiegen. Da ergeben sich Geschäftskontakte. Mit der Universität Stuttgart gibt es wiss enschaftliche Kontakte. Dass diese Verbindung zustande kommt, ist aus meiner Sicht wohl eine Frage der Zeit.

 

Artikel vom 09.03.2010 © Eßlinger Zeitung

Artikel drucken | Artikel als Email verschicken | Themenalarm

Leser-Kommentare (0)

-› Artikel kommentieren


Alles zu Stuttgart 21

Ab jetzt hier...

 

Weiter

 

Werbung

Premiumservice

Ihre Zeitung am PC, am Smartphone und auf dem iPad: E-Paperabo und Onlineabo

 

Alle Angebote

 

Registrierte Nutzer verwalten Ihre Zugangsdaten hier.

 

Mehr dazu

 

Social Media

Werden Sie Fan der EZ bei Facebook!
Was ist Facebook?

 

Zur Facebook-Fanseite

 

Die EZ zwitschert aktuelle Nachrichten, Umfragen, Bildergalerien. Folgen Sie uns!

 

Die EZ bei Twitter

 

Newsticker

Inhalt wird geladen..
Inhalt wird geladen..

Bildergalerien

Im Moment findet kein Fotowettbewerb statt. Leserfotos gibt es hier.

 

Zu den Leserfotos

 

TOP-Artikel

Inhalt wird geladen..
Inhalt wird geladen..

Umfragen

Inhalt wird geladen..
 

mehr

 
Inhalt wird geladen..
 

mehr

 
top zum Seitenanfang