Dem Parkchaos wird die Rote Karte gezeigt
Pilotversuch nach Vorbild Münchens: 11 000 Stellplätze sind ab kommendem Jahr im Stuttgarter Westen kostenpflichtig
Im übrigen Gebiet können die Anwohner kostenlos parken - vorausgesetzt, sie haben eine Parkberechtigung für 30,70 Euro im Jahr erworben und stellen ihr Fahrzeug in jenem Teilgebiet ab, in dem sie ihren Wohnsitz haben. Im Stuttgarter
Westen ansässige Betriebe und soziale Dienste benötigen eine Ausnahmegenehmigung, die sich auf rund 300 Euro im Jahr belaufen wird. Alle übrigen Nutzer müssen den Parkscheinautomaten bedienen. 60 Cent pro Stunde sieht der Tarif vor.
Seit längerem sei die Situation im Westen angespannt, sagt Ordnungsbürgermeister Martin Schairer. „Anwohner, Besucher und Pendler konkurrieren um die Parkplätze.“ Die Suche nach einem Stellplatz verursache Lärm und Abgase, auf Gehwegen abgestellte Fahrzeuge gefährden insbesondere Fußgänger. Mit dem Modellversuch verfolgt die Verwaltung zwei Ziele: Der Anteil der Falschparker soll verringert, die Zahl neuer Stellplätze hingegen deutlich erhöht werden. Die neue Regelung dürfte sich auch finanziell für die Stadt auszahlen. Auf zwei Millionen Euro bezifferte Schairer in der Vergangenheit die jährlichen Einnahmen nach Abzug der Kosten. Für die Umsetzung des Konzepts muss zunächst allerdings tief in die Stadtkasse gegriffen werden. Vorgesehen ist die Aufstellung von 500 Parkscheinautomaten. Die Kosten für diese belaufen sich auf 2,76 Millionen Euro. Zudem kann das Parkraum-Management nur dann erfolgreich sein, wenn eine konsequente Überwachung auf den Straßen erfolgt. Für Personal, Fahrzeuge und Sachleistungen fallen im Jahr 2,53 Millionen Euro an.
Einen Verwendungszweck für die Einnahmen gibt es bereits: die Schaffung von weiteren Stellplätzen im Stadtbezirk. Die erwirtschafteten Überschüsse sollen zum Bau einer Bewohner-Parkgarage im Rossbollengässle verwendet werden, zudem sind neue Abstellmöglichkeiten für Fahrzeuge am Friedrich-Eugens-Gymnasium vorgesehen. Damit werde dem Parkchaos die Rote Karte gezeigt, ist man in der Verwaltung überzeugt. Sollte der Pilotversuch im Westen erfolgreich sein, ist eine Übertragung auf andere Stadtteile geplant.



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