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Häussler soll sich an der Parkpflege beteiligen

Grünen machen Zustimmung zum Bauvorhaben im Berger Park von Projekt-Nachbesserungen abhängig

  Die Fernsehstudios im Berger Park sollen bis Mitte 2012 geräumt und abgerissen werden. Luftbild: Storck
 

Die Fernsehstudios im Berger Park sollen bis Mitte 2012 geräumt und abgerissen werden. Luftbild: Storck

 
Stuttgart (ae) - Der Park der Villa Berg ist zum Streitobjekt geworden: Investor Rudi Häussler plant den Bau von Wohnungen an Stelle der bisherigen SWR-Fernsehstudios. SPD sowie SÖS/Linke fordern stattdessen eine Renaturierung der historischen Parkanlage. Zünglein an der Waage sind die Grünen, mit denen sich der Investor gestern zu einem Gespräch traf.
Ein altes Ölgemälde in der Unternehmenszentrale in Möhringen zeigt eines der wichtigsten Vorhaben von Rudi Häussler: Der Firmenchef und Investor will die marode Villa Berg in ihren ursprünglichen Zustand zurück versetzen. 2007 hat er das denkmalgeschützte Gebäude für 500 000 Euro erworben, weitere 5,8 Millionen Euro wurden in das 9000 Quadratmeter große Grundstück investiert. Dort stehen bislang die SWR-Fernsehstudios, die Mitte 2012 geräumt und abgerissen werden sollen. An ihrer Stelle plant Häussler 57 Appartementwohnungen für die ältere Generation.

Allerdings stößt das Vorhaben auf Kritik. Der Bezirksbeirat Ost und der Städtebau-Ausschuss haben sich gegen das Bauprojekt in der „grünen Lunge“ des Stadtteils Berg ausgesprochen. Auch die SPD im Gemeinderat lehnt eine Neubebauung ab. „Heute käme niemand mehr auf die Idee, SWR-Sendehallen mitten in einen Park hinein zu stellen“, zeigte sich SPD-Chefin Roswitha Blind vor wenigen Tagen überzeugt. Dieser „Fehler der 50er-Jahre“ dürfe nicht ewig fortgeschrieben werden. Das Bauvorhaben würde die falsche Nutzung des Parks auf unabsehbare Zeit zementieren - eine Einschätzung, die von der Fraktionsgemeinschaft SÖS/Linke geteilt wird. Ziel sei die Renaturierung des Parks, die Finanzierung könnte mit Hilfe von Stiftungen gestemmt werden.

Die Grünen zählten bisher ebenfalls nicht zu den Befürwortern des Bauprojekts. In der Vergangenheit hatte die Öko-Partei gefordert, die Wohnungen an anderer Stelle zu errichten. Von einem kategorischen Nein ist die stärkste Fraktion im Gemeinderat aber abgerückt. „Wir kannten das Projekt nur der Papierform nach“, begründet Fraktionschef Werner Wölfle den Sinneswandel. „Bei den Terminen vor Ort stellte sich das Vorhaben jedoch anders dar.“ Allerdings machen die Grünen ihre Zustimmung von Nachbesserungen am bisherigen Konzept abhängig. „Wir brauchen einen öffentlichen Dialog“, forderte Wölfle gestern bei einem Treffen mit dem Investor. Häussler solle deshalb das Projekt im Ausschuss für Umwelt und Technik präsentieren.

Damit aus dem Park wieder ein Kleinod wird, wäre es zudem wünschenswert, wenn sich der Firmenchef finanziell an der Pflege der Anlage beteiligt. „Dies kann beispiels­weise in Form einer Stiftung erfolgen.“ Des Weiteren dürfe die Wohnanlage nicht zu einem Fremdkörper im Park mutieren, der vom Umfeld abgeschlossen werde.

Weitreichende Zugeständnisse von Seiten des Investors konnte Wölfle gestern zwar keine verkünden, einer Präsentation im Gemeinderat habe Rudi Häussler aber zugestimmt. „Außerdem war er erfreut und erleichtert darüber, dass man mit den Grünen reden kann“, fügt Wölfle hinzu.

 

Artikel vom 09.02.2010 © Eßlinger Zeitung

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