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Protestierende Studenten greifen Polizisten an

Einsatzkräfte mit Knallkörper beworfen und gegen das Knie getreten

Stuttgart (yw) - Zahlreiche Studenten versammelten sich am Samstag in er Innenstadt zu einem Demonstrationszug mit mehreren Kundgebungen. Sie protestierten für bessere Studienbedingungen. Allerdings kam es bei der Demonstration zu Zwischenfällen.

Sie sind aus Tübingen, Heidelberg und Konstanz angereist, aus Ulm, Freiburg und Karlsruhe. Wenn auch die Wege, die am Samstag zahlreiche Demonstranten in die Landeshauptstadt geführt haben, verschieden gewesen sind, so war das Ziel aller dasselbe: eine bessere Bildung. Die Veranstalter der landesweiten Demonstration sprachen von 8000 bis 10 000 Teilnehmern, die Polizei von 2500, die am Nachmittag vom Hauptbahnhof durch die Innenstadt bis zum Wilhelmsplatz gezogen sind.Zu der landesweiten Aktion waren die Demonstranten mit Bussen und Zügen gekommen. Die Studenten forderten mit Plakaten wie „Bildung für alle - und zwar umsonst“, „I‘m on Streik“ oder „Wir machen weiter - jetzt erst recht“ mehr Mitbestimmung an den Universitäten und die Abschaffung der Studiengebühren. Am Hauptbahnhof wurde ein meterlanges Banner ausgerollt. Am Rande der Veranstaltung kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Zehn Demonstranten wurden kurzfristig festgenommen und nach polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen. Zwei Polizisten wurden leicht verletzt. Bereits im Vorfeld der Demonstration beschlagnahmten die Einsatzkräfte bei einem 16-jährigen Schüler einen Schlagring und bei einem 23-jährigen Studenten ein Klappmesser. Beide Personen wurden vorläufig festgenommen und müssen mit einer Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Versammlungs- und Waffengesetz rechnen. Kurz nach 15 Uhr entrollten am Samstag zwei Männer im Alter von 18 und 19 Jahren sowie eine 23 Jahre alte Frau auf dem Dach des Hauptbahnhofes ein Transparent mit dem Aufruf, am 28. November in Stuttgart an einer Demonstration teilzunehmen. Gleichzeitig feuerten sie Leuchtraketen und Böller ab. Die drei Personen hatten während der Aktion ihre Gesichter mit Sturmhauben maskiert. Polizeibeamte nahmen die drei kurze Zeit später fest und beschlagnahmten das Transparent sowie die restlichen Böller und Leuchtraketen. Ein Richter ordnete Beseitigungsgewahrsam an. Gegen 15.20 Uhr setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung. In der Theodor-Heuss-Straße versuchten einige Demonstranten auf die Gegenfahrbahn zu gelangen. Als dies misslang, warfen sie Knallkörper in Richtung der Einsatzkräfte. Ein Beamter wurde verletzt. Am Wilhelmsplatz setzten sich zahlreiche Menschen auf die Straße, blockierten kurzzeitig den Verkehr und verschmutzten die Straße mit Flugblättern, so dass eine Kehrmaschine angefordert werden musste. Der Versammlungsleiter löste die Versammlung auf und die meisten Demonstranten verließen den Wilhelmsplatz. Eine Gruppe von mehreren Hundert Personen ging zurück in Richtung Rotebühlplatz. Auf Höhe der Kronprinzstraße hielt die Polizei den Zug an und forderte die Teilnehmer erneut auf, sich zu entfernen. Dabei trat ein Unbekannter einem Polizeibeamten gegen das Knie und verletzte ihn, so dass der Beamte seinen Dienst nicht fortsetzen konnte. Der Polizist setzte gegen den Angreifer Pfefferspray ein. Insgesamt nahm die Polizei zehn Personen vorläufig fest.Seit Tagen beteiligen sich Studenten am Bildungsstreik. An zahlreichen Universitäten hielten Demonstranten Hörsäle besetzt, darunter auch den größten Hörsaal der Universität Stuttgart, der sich seit vergangener Woche fest in studentischer Hand befindet. Ein Sprecher des Aktionskomitees der Stuttgarter Universität sagte: „Wir machen weiter, bis unsere Forderungen erfüllt werden.“

 

Artikel vom 23.11.2009 © Eßlinger Zeitung

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Leser-Kommentare (1)

-› Artikel kommentieren

30.11.2009 20:29 von Beteiligter Demonstrant

Wow, den Artikel sehe ich jetzt erst...

Diese Überschrift ist schon mal eine Frechheit!

- Wo sind die Fakten, dass "Studenten" Polizisten angegriffen haben?

Weiter unten schreiben Sie von einem Unbekannten...

- Was können unschuldige Schüler und Studenten dafür, dass eine als "friedliche Demonstration für besser Bildung" geplante Veranstaltung von linken, rechten oder einfach nur doofen Gewaltbereiten missbraucht wird? Was hatte da ein Anti-Stuttgart21-Block zu suchen? Was ein oft gewaltbereiter schwarzer Block? Was hatten da Anti-Kapitalismus-Leute zu suchen? Die haben doch erst einmal alle NICHTS mit besserer Bildung zu tun... Ausser, dass sie ihnen wohl in ihrer Erziehung offensichtlich fehlte!

Mal abgesehen davon... Nehmen wir einen Zwischenwert von 5000 Demonstranten... Wenn dann 10 davon vorläufig festgenommen und wieder entlassen wurden... Ist das weit, weit weniger Tumult als er bei fast jedem x-beliebigen Bundesliga-Fussballspiel passiert.

- Warum berichtet die Esslinger Zeitung nicht endlich ausführlich darüber, was die Studenten und Schüler denn eigentlich wollen und warum? Warum wird nicht ausführlich darüber berichtet, dass die Bildungsproteste inzwischen sogar die Hochschule Esslingen erreichten und warum? Dies ist immerhin ein historisch einmaliges Ereignis für Esslingen... Aber nein... Wenn tausende junger Menschen auf die Strasse gehen und über 90 Hochschulen und Schulen besetzen, um für unsere Zukunft einzustehen... Da sind natürlich Einzelschicksale wie der Freitod eines einzigen Fussballspielers viel, viel wichtiger... Oder wie die Tage als gross berichtet wurde, dass Schulen in Äthiopien dringend benötigt werden... Ja, Äthiopien braucht bessere Bildung... Aber wir in unserem eigenen Land nun mal auch sehr dringend... Berichten Sie ERST EINMAL DARÜBER, kruzifix nochmal!

Nehmen Sie bitte Ihren journalistischen Auftrag in Zukunft etwas ernster als weiterhin in dieser BILD-Manier zu berichten....


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