Studenten besetzen mehrere Hörsäle im Südwesten

Stuttgart/Tübingen (dpa/lsw) - Aus Protest gegen das Bildungssystem haben Studenten in Freiburg, Stuttgart und Tübingen heute Nacht Hörsäle besetzen. Die Aktionen seien in allen Städten friedlich verlaufen und von den Rektoren zunächst toleriert worden, wie Sprecher der Polizei sagten. Nirgendwo seien Einsatzkräfte zur Hilfe gerufen worden. In vielen Universitätsstädten im Südwesten haben Studenten für heute weitere Aktionen angekündigt. Sie beteiligen sich an einem bundesweiten Protesttag gegen das Bildungssystem.
Knapp 900 Studenten hatten sich am Montagabend laut „Badischer Zeitung“ im Freiburger Audimax versammelt, um sich auf den Bildungsstreik einzustimmen. Auf die Frage: „Wollen wir hier bleiben?“, habe es laut „Ja!“ durch die Reihen der Studenten geschallt. Zum Zeichen ihres Protestes befestigten einige Studenten ein zehn Meter langes „Besetzt“-Banner an der Fassade des Gebäudes.
In Stuttgart hatten Studenten den Tiefenhörsaal besetzt. 150 Demonstrierende hatten sich nach Angaben der Studenten dort am Montagabend versammelt.
Tübinger Studenten besetzten am späten Montagabend erneut den größten Hörsaal der Universität. Einige Studenten hätten sich nach einer Abendveranstaltung geweigert, den Kupferbau wieder zu verlassen, bestätigte ein Polizeisprecher am Dienstagmorgen. Allerdings habe das Rektorat bislang nicht die Hilfe der Polizei angefordert. Am vergangenen Donnerstag hatte ein Hundertschaft der Polizei bereits eine Blockade des Hörsaals durch rund 200 Studenten nach einer Woche aufgelöst.
In vielen Unistädten im Südwesten wollen sich Studenten im Laufe des Tages an einem bundesweiten Protesttag gegen das Bildungssystem beteiligen. Eine der größten Kundgebungen erwarten die Behörden in Freiburg. Dort wollen sich die Studenten nach Angaben der Stadt um 10.00 Uhr auf dem Platz der Alten Synagoge treffen und anschließend vier Stunden lang durch die Innenstadt ziehen. In Karlsruhe wollen sich die Studenten um 10.00 Uhr am Kronenplatz unweit der Universität versammeln. Während des dreistündigen angemeldeten Demonstrationszugs seien Kundgebungen am Marktplatz, am Friedrichsplatz und am Stephanplatz geplant, sagte ein Polizeisprecher.
In Ulm soll der Bildungsstreik um 10.00 Uhr am Hauptbahnhof beginnen. Die Route des Demonstrationszugs sei so gewählt, dass die Protestierenden an zahlreichen Schulen vorbeikämen, sagte eine Sprecherin der Stadt. In Tübingen waren bei den Behörden am Montag offiziell keine Protestaktionen angemeldet. Auf Flugblättern riefen verschiedene Studentengruppen aber zu einer Demonstration um 16.00 Uhr vor der Neuen Aula auf.

 

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    Artikel vom 17.11.2009 © Eßlinger Zeitung

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