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Eine Partnerschaft zwischen Nil und Neckar

Der Städtebund zwischen Stuttgart und Kairo besteht seit 30 Jahren

  Die Pyramiden samt Sphinx nahe Kairo sind seit vielen Jahrzehnten ein Magnet für Besucher aus aller Welt.
 

Die Pyramiden samt Sphinx nahe Kairo sind seit vielen Jahrzehnten ein Magnet für Besucher aus aller Welt.

 
Stuttgart (ae) - Rund 2800 Kilometer, Wüsten, Wälder und Meere liegen zwischen Stuttgart und Kairo. Und trotzdem reißt die Verbindung nicht ab. Im November feiern beide Städte das 30-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft. In dieser Woche ist eine Delegation aus Ägypten in der Schwabenmetropole zu Gast.

Wie es zu der Partnerschaft zwischen den ungleichen Städten kam, ist schnell erzählt. 1978 reiste der frühere Ministerpräsident Hans Filbinger nach Kairo. Dort regten die Gastgeber an, die traditionell guten Beziehungen zwischen den Städten und die Kontakte von Unternehmen sowie Einrichtungen durch einen Städtebund zu festigen. Ein Jahr später, am 13. November 1979, war es soweit: Gouverneur Mohamed Saad El Din Maamoun und OB Manfred Rommel unterzeichneten in Kairo die Partnerschaftsurkunden. Für Stuttgart ist es die sechste Städtepartnerschaft.

Über die Jahre hinweg veränderte sich die Beziehung zwischen den Städten. In den ersten Jahren standen noch die Themen Völkerverständigung und Versöhnung im Zentrum der Begegnungen. Nicht nur auf der politischen und wirtschaftlichen Ebene wuchs langsam das Interesse an der Partnerstadt. Im März 1981 fuhren zwei Stuttgarter mit dem Fahrrad nach Kairo, im gleichen Jahr nahm der Mädchenchor einer deutschen Schule in Kairo am Internationalen Chorfestival in der Landeshauptstadt teil.

Dank der gestiegenen Mobilität ist es seit ein paar Jahren einfacher geworden, die 2800 Kilometer zwischen beiden Städten zurückzulegen. Die Partnerschaft hat dadurch neuen Schwung erhalten - trotz aller Gegensätze. Zählt Stuttgart knapp 600 000 Einwohner, sind es in der Metropole Kairo fast 30 Mal so viel. Themen wie Umwelt, Stadtplanung, Migration, Bildung und soziale Integration sind für eine Vielzahl gemeinsamer Projekte zu Anknüpfungspunkten geworden. „Bei dem Städtebund setzen wir vor alle auf die Jugend“, sagt Frédéric Stephan, im Rathaus mit dem Thema Städtepartnerschaften betraut.

Das Hegel-Gymnasium in Vaihingen pflegt bereits seit Jahren einen regelmäßigen Austausch mit einer Schule in Kairo. Während der Feierlichkeiten vor fünf Jahren entstand eine Kooperation zwischen der Ain Shams Universität Kairo und der Uni Stuttgart. Studierende beider Hochschulen erarbeiten seither Entwürfe für den Städtebau in Kairo. Auch der Austausch zwischen Ärzten und Wissenschaftlern hat sich fest etabliert. Die Delegation aus Kairo besichtigt bei ihrer Stippvisite in dieser Woche deshalb den Neubau des Olgahospitals und der Frauenklinik sowie das Klinikum.

Heute wird im Dienstzimmer von OB Wolfgang Schuster allerdings das Goldene Buch ausgeklappt: Der ägyptische Botschafter Ramzy Ezz Eldin Ramzy hat sich angekündigt.

Morgen findet zum Thema „30 Jahre Städtepartnerschaft Kairo-Stuttgart“ um 19 Uhr ein literarisch-kulinarischer Abend in der Stadtteilbücherei Kneippweg Bad Cannstatt statt. Eine Anmeldung wird unter Telefon 0711/ 52 54 34 erbeten.

 

Artikel vom 24.07.2009 © Eßlinger Zeitung

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