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Weiter Kritik an Uni-Neuausrichtung

Stuttgart (uli) - Nach der öffentlichen Erklärung von Uni-Rektor Wolfram Ressel gehen Diskussionen über seinen Masterplan weiter. Massive Kritik übt jetzt auch die Grünen-Gemeinderatsfraktion. „Das Lehramtsstudium und ein vollständiges geisteswissenschaftliches Studium an der Universität Stuttgart wird erschwert oder unmöglich“, sagt Michael Kienzle, kulturpolitischer Sprecher der Grünen. Er wie auch Theresia Bauer, hochschulpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, werfen Uni-Rektor Wolfram Ressel dabei Wortbruch vor. Er soll bei seinem Amtsantritt ausdrücklich versichert haben, die Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften als selbständige Fakultäten zu erhalten. Die Grünen kündigen nachhaltigen politischen Widerstand gegen Ressels so genannten Masterplan an.

Auch die SPD meldet sich bei dem brisanten Thema zu Wort und beantragt, dass Rektor Wolfram Ressel seinen Masterplan im nächsten Verwaltungsausschuss öffentlich vorstellt. Die Landeshauptstadt sei zwar formal dafür nicht zuständig. Jedoch muss es auch im Interesse der Stadt liegen, dass es auch in Zukunft möglich bleibt, an der Uni ein qualitativ wertvolles Angebot an Geistes- und Sozialwissenschaften vorzufinden. Andernfalls haben die Sozialdemokraten die Befürchtung, dass die Zahl der Studierenden drastisch zurückgehen und „junge, kluge Köpfe ihren Weg nicht mehr nach Stuttgart finden werden“.

Alexander Schopf, Landesvorsitzender der Liberalen Hochschulgruppen Baden-Württemberg und Vorsitzender der LHG Stuttgart, lässt kein gutes Haar an dem Plan: „Wie bei der Zukunftsoffensive der Uni Stuttgart von 2003 auch, agierte die Hochschulleitung komplett im Verborgenen.“ Völlig unverständlich sei, dass ein solcher Kahlschlag in den Geisteswissenschaften auf Kosten der Studiengangvielfalt geplant werde, nachdem vor zwei Jahren Studiengebühren zur Verbesserung der Lehre eingeführt worden seien. „Wenn Lehramtsstudiengänge wegfallen sollten, wo werden die im Land gebrauchten Lehrer dann ausgebildet?“

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart begrüßt dagegen die Absicht der Universität, mit einer Neuausrichtung ihres Angebots das eigene Profil zu schärfen. „Alle Universitäten stehen vor der Herausforderung, ihren Einrichtungen ein klares und qualitativ hochwertiges Konzept zu geben. Es muss vor diesem Hintergrund für einen Rektor zulässig sein, dafür Konzepte und Vorschläge zu entwickeln und einzubringen“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Andreas Richter.

 

Artikel vom 06.06.2009 © Eßlinger Zeitung

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