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ARBEITSKREIS öKOLOGISCHE JUGENDFREIZEITEN

Anpacken für Küchenschelle und Co.

20 Jugendliche aus der Ukraine, der Bretagne und aus Süddeutschland trotzten zwei Tage lang dem Dauerregen. Beim Workcamp im Biosphärengebiet sorgten sie oberhalb der Gutenberger Schlossberghalle dafür, dass der Steilhang nicht völlig verbuscht.„Richtig cool“, findet es die 16-jährige Charlotte, das schwere Geäst die „Klinge“ hinunterzuziehen und ins Feuer zu werfen. Die Stimmung in dem bunt zusammengewürfelten Team ist trotz des miesen Wetters gut. Bereits zum dritten Mal hat das Naturschutzzentrum Schopflocher Alb zusammen mit der Ortschaftsverwaltung Gutenberg und dem Arbeitskreis ökologische Jugendfreizeiten Baden-Württemberg eine Landschaftspflegeaktion im Rahmen eines internationalen Workcamps organisiert. Der Arbeitseinsatz ist neben Ausflügen fester Bestandteil des Camps.Bereits vor drei Wochen waren ein Pflegetrupp des Regierungspräsidiums dem Buschwerk mit Motorsägen zu Leibe gerückt. Zusammen mit den Jugendlichen und vier Praktikanten des Naturschutzzentrums wurden nun die mittlerweile dürren Äste abgeräumt. Erstmals wurde das Gestrüpp nicht nur verbrannt. Das Naturschutzzentrum hatte einen Unternehmer angeheuert, der das Schnittgut zu Hackschnitzeln verarbeitete. „Das Holz energetisch zu nutzen, ist einfach sinnvoll“, meinte der Leiter des Naturschutzzentrums, Wolfgang Wohnhas. Gutenbergs Ortsvorsteher Dietmar Jauss ist froh über den Arbeitseinsatz der Jugendlichen. „Vor 60, 70 Jahren wurde hier alles noch bewirtschaftet. Heute liegen die Flächen brach. Der Wald wächst immer weiter in den Ort rein.“ Wie Wohnhas erläuterte, soll der Pflegeeinsatz dazu beitragen, seltene Lebensräume im Naturschutzgebiet „Oberes Lenninger Tal“ zu erhalten. Mit rund 600 Hektar Fläche ist es eines der größten Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Stuttgart. Weil Schaf- und Ziegenhaltung immer weiter zurückgehen, ist es von Zeit zu Zeit notwendig, an den Steilrändern der Schwäbischen Alb den Streifen zwischen Buchenwald und Streuobstwiesen von Schlehen und Eschen zu befreien. Die Wacholderheide ist Lebensraum von gefährdeten Tierarten und seltenen Pflanzen wie Küchenschelle und Silberdistel.

 

Artikel vom 24.08.2010 © Eßlinger Zeitung

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