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Silber und Bronze für Marie Muller

Miami (red) - Marie Muller fliegt mit Rückenwind zu den Judo-Weltmeisterschaften (8. bis 12. September) nach Tokio. Die Kämpferin des KSV Esslingen schaffte es bei den letzten beiden Testwettkämpfen in Miami jeweils aufs Treppchen. Zunächst holte sie beim Weltcup Bronze, und nur zwei Tage später sicherte sie sich bei den US Open Silber.

Beim Weltcup stand Muller nach einem Freilos der Südkoreanerin Keum-Mai Choi gegenüber. Die Esslingerin startete gut und ging früh in Führung, trotzdem setzte sich am Ende die Asiatin durch und Muller musste in die Trostrunde. Dort war sie dann jedoch nicht mehr zu stoppen. Mit vorzeitigen Siegen gegen die Chilenin Belen Achurra und die Amerikanerin Angelica Delgado gewann sie die Bronzemedaille.

Aus Trainingszwecken entschieden sich Muller und ihr Trainer Ralf Heiler, zwei Tage später auch noch an den US Open teilzunehmen. In der ersten Runde hatte die Esslingerin, erneut ein Freilos. In der zweiten Runde kämpfte sie gegen die 16-jährige US-Amerikanerin Irons, die sie problemlos besiegte.

Ärger über die Punktrichter

Anschließend stand Muller erneut Angelica Delgado aus den USA gegenüber. Die KSV-Athletin dominierte das Duell, spielte ihre Stärke am Boden aus und ging mit einem Haltegriffsieg von der Matte. Im Halbfinale traf sie auf die 29-jährige Lafon aus den USA, fünffache Medaillengewinnerin bei den US-Meisterschaften und Fünfte beim Weltcup zwei Tage zuvor. Muller dominierte den Kampf klar, ließ der defensiven Gegnerin keine Chance und gewann erneut vorzeitig.

Im Finale kämpfte die Sportsoldatin gegen Rodriguez aus Miami, die Siegerin des Weltcups. „Die US-Amerikanerin hatte die US-Kampfrichter auf ihrer Seite“, berichtete Heiler. Muller ging zunächst mit einer mittleren Wertung in Front. Doch 40 Sekunden vor Kampfende gaben die Kampfrichter eine mittlere Wertung für die Gegnerin, die laut Heiler nicht gerechtfertigt war. Dadurch kam Rodriguez zum Ausgleich. Als die Esslingerin nach einer eigenen Attacke in der Schlusssekunde erst nach dem Schlussgong auf den Bauch fiel, entschieden die Kampfrichter wieder für eine Wertung für Rodriguez. „Da es abzusehen war, dass die Amerikanerin in der Verlängerung dem hohen Druck nicht würde standhalten können“, ärgerte sich Heiler: „Marie wurde um Gold betrogen.“

 

Artikel vom 01.09.2010 © Eßlinger Zeitung

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