Das Final Four als „Salz in der Suppe“
Frisch Auf Göppingen hat sich auch national hohe Ziele gesetzt - Schweres Auftaktprogramm
Neben einem leicht auf 4,1 Millionen Euro erhöhten Etat vermeldet der elffache deutsche Meister auch mit 3100 bis Mitte August abgesetzen Dauerkarten einen neuen Rekord. Mit einem Zuschauerschnitt von 4980 Fans in der vergangenen Saison ist für Hofele klar: „Wir sind in der EWS Arena angekommen.“
Den größten Steigerungsbedarf sieht Trainer Velimir Petkovic in der Defensive: „Vor zwei Jahren hatten wir die drittbeste Abwehr der Liga, in der vergangenen Saison war die Leistung hier nicht zufriedenstellend.“ Der nach einem Jahr aus Melsungen zurückgekehrte Abwehrchef Dalibor Anusic soll nun hinten wieder für mehr Stabilität sorgen. Neben der gestandenen 6-0-Deckung wurden auch verstärkt 5-1- und 3-2-1-Formationen trainiert. „Hier steht die Feinarbeit noch an, aber wir sind auf einem guten Weg“, so der Coach.
Der zweite Neuzugang ist der erst 18 Jahre alte Junioren-Nationalspieler Maximilian Schubert vom Zweitligisten TSG Groß-Bieberau. „Ich halte ihn für eines der größten Talente in Deutschland“, lobt Petkovic den 1, 94 Meter großen Sportsoldaten, der Dragos Oprea auf der Links-Außen-Position ergänzen soll. Den beiden Zugängen stehen mit Michael Schweikardt (Melsungen), Rares Jurca (Schaffhausen) und Kjell Landsberg (Magdeburg) drei Abgänge gegenüber. Nach dem Weggang von Jurca hat Frisch Auf mit Michael Thiede nur noch einen Linkshänder im rechten Rückraum. „Wir haben lange überlegt, aber letztlich war für diese Postion kein für uns interessanter Spieler auf dem Markt“, sagt Petkovic, der viel Zeit investiert hat, einen Rechtshänder auf dieser Positon anzulernen. „Mit Pavel Horak, Tim Kneule oder Michael Haaß haben wir Alternativen“, ist sich der Trainer sicher.
Das Saisonziel hat das Team wie gewohnt zusammen mit dem Management erarbeitet. „Wir wissen um die Stärke der Liga. Platz fünf oder sechs ist sehr realistisch. Man muss einsehen, dass einige Teams eine Stufe weiter sind als der Rest“, sagt Torhüter Enid Tahirovic. „Wir können uns nicht mit dem HSV oder Kiel vergleichen. Ich halte es für vermessen von Platz drei oder vier zu sprechen“, bestätigt auch Spielmacher Michael Haaß.
Obendrein hat Frisch Auf kein leichtes Auftaktprogramm: Der erste Gegner am Samstag (20.15 Uhr) ist mit dem HSV Hamburg gleich der aktuelle deutsche Vizemeister, mit den Rhein-Neckar Löwen auswärts und dem VfL Gummersbach folgen weitere große Hausnummern. Dass man da mit drei Niederlagen gleich mal nach ganz hinten durchgereicht werden kann, ist den Protagonisten klar. „Das kann ganz leicht schiefgehen“, warnt Petkovic. Gleichzeitig ist er sich aber sicher, dass das Team stets für eine Überraschung gut sein wird: „Wir haben eine Mannschaft, die jeden schlagen kann.“ Auch Haaß ist optimistisch: „Die Mannschaft stimmt, es ziehen alle am selben Strang. Wir haben zwei Supertypen dazu bekommen - die Grundvoraussetzungen für eine gute Saison sind also da.“



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