Schwarz-Gelb startet durch
Die Zweitliga-Handballerinnen des TV Nellingen untermauern mit einer Marketingoffensive ihre Aufstiegsambitionen
Ostfildern - Neuer Name, neues Logo, neues Selbstbewusstsein: Mit der Umbenennung in „Schwaben Hornets Ostfildern“ positionieren sich die Zweitliga-Handballerinnen des TV Nellingen als regionale Marke neu und gehen nach dem knapp verpassten Aufstieg in die Bundesliga deutlich in die Offensive - nicht nur in der Außendarstellung.
Nur die Hornisse hat das „Facelifting“ des TVN in der Sommerpause überlebt. Allerdings hat das gefürchtete Insekt, das seit 2005 zum offiziellen Kampftitel des Teams gehört, in dem neuen Logo der früheren „Nellingen Hornets“ seinen Stachel geschärft. „Stechen wollen wir in der kommenden Saison intensiver“, kündigt Geschäftsführer Stefan Wiech an und macht keinen Hehl aus dem Ziel für die neue Spielzeit, die am 11. September mit einem Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 beginnt. „Wir wollen aufsteigen. Und mit dem Kader müssen wir das auch. Wir haben Erstligaqualität dazugeholt“, betont der 40-Jährige. Nicht umsonst beinhaltet das Logo das Wort Bundesliga - und nicht etwa 2. Bundesliga. „Sonst müssten wir es ja im nächsten Jahr möglicherweise wieder ändern“, erklärt der Marketingexperte Wiech, dessen Werbeagentur für die Ideen und die Umsetzung der neuen Philosophie verantwortlich zeichnet. Und Wiech ist sich sicher: „Wir werden von der ersten Minute an mit Bensheim die Gejagten sein.“„Schwaben Hornets Ostfildern“ ist der neue Vermarktungsname des Teams und wird mit dem Zusatz „eine Marke des TV Nellingen“ ergänzt. In der Marketingoffensive soll vor allem der regionale Bezug deutlicher herausgestellt und gleichzeitig der Lokalpatriotismus gepflegt werden. „Mit ,Schwaben' wollen wir dokumentieren, dass wir eine echte schwäbische Marke sind“, betont Wiech. Ein Blick auf den Kader beweist das: Von den 17 Spielerinnen wurden 14 in Württemberg ausgebildet, davon 11 beim TVN. Drei der fünf Neuzugänge kommen vom benachbarten Bundesligisten Frisch Auf Göppingen, die anderen aus der eigenen Jugend. Auch die Zukunft soll den Talenten aus der Region gehören, für die es erstmals drei Internatsplätze in Nellingen gibt. „Die Identifikation ist uns unheimlich wichtig“, betont der Geschäftsführer. Auch wegen der Abgrenzung gegenüber den Mitkonkurrenten Göppingen, Sindelfingen, Bietigheim und Metzingen. „Bei uns wird Schwäbisch gesprochen.“
Die „Hornetse_SDLq dürfen im Namen natürlich nicht fehlen. „Der Begriff hat sich ja bereits als Marke eingebürgert. Hier spricht keiner von den Nellinger Handballerinnen“, erklärt Wiech. Für die Entscheidung pro „Ostfildern“ gebe es zwei Gründe. Einerseits bestehe dann nicht mehr die Gefahr, dass gegnerische Fans den Ort verwechseln und - wie schon häufig geschehen - in der Gemeinde Nellingen im Alb-Donau-Kreis anreisen. Andererseits nennt Wiech auch wirtschaftliche Gründe. „Mit Ostfildern und Schwaben im Namen können wir noch mehr potenzielle Sponsoren ansprechen.“ Direkt aus Nellingen würden derzeit lediglich 20 Prozent der Sponsorengelder kommen.
Der stärkere Bezug zur Stadt zeigt sich auch dadurch, dass das neue Mannschaftsfoto erstmals vor dem Rathaus aufgenommen wird. Die deutlichere Identifikation mit der Region geschieht zudem durch die neuen Vereinsfarben, in denen die Handballerinnen zukünftig auflaufen werden. Diese sind nicht nur wegen der Hornisse Schwarz-Gelb, sondern auch der Landesflagge Baden-Württembergs angepasst. In der Liga startet das Team aber zunächst weiter als TV Nellingen. Erst mit dem Lizenzantrag für die Saison 2011/2012 ist auch eine offizielle Namensänderung möglich.
Doch nicht nur Name, Logo und Vereinsfarben sind neu. Das sind nur Teile der groß angelegten Marketingoffensive. Weitere Neuerungen gibt es auf dem Fanfest am 8. September zu sehen und zu hören. Dort präsentiert das Team gemeinsam mit der Ostfilderner Band „Lichtblick“ den Hornets-Song, der extra für die neue Saison komponiert wurde und künftig vor jedem Heimspiel erklingt. Zudem gibt es erstmals Autogrammkarten von den Spielerinnen. Auch der Online-Auftritt wird derzeit umgestaltet. Genauso wie der Bewirtungsbereich in der Sporthalle 1 - in Eigenleistung: Rentner des TVN werkeln momentan an der Modernisierung. Auch eine VIP-Lounge entsteht. Aber dabei bleibt es nicht. „Wir haben noch viel vor“, sagt Wiech und nennt beispielsweise Handball-Stammtische mit den Fans in den verschiedenen Stadtteilen. Weitere Professionalisierung ist das Stichwort. „In der erfolgreichen vergangenen Saison haben wir gemerkt, was hier möglich ist. Wir haben einen schlafenden Riesen geweckt“, so Wiech.



Artikel kommentieren