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Das Fußballmonopoly

Zahlreiche Amateurspieler aus der Region beteiligen sich rege am Online-Bundesliga-Managerspiel Comunio

  Oliver Bechstein spielt in der Mannschaft des TSV RSK Esslingen in der Landesliga und er ist Online-Fußball-Manager im Internet bei Comunio. Bei dem Spiel kauft er Fußballer ein, bekommt Punkte dafür und verkauft sie wieder.Foto: Rudel
 

Oliver Bechstein spielt in der Mannschaft des TSV RSK Esslingen in der Landesliga und er ist Online-Fußball-Manager im Internet bei Comunio. Bei dem Spiel kauft er Fußballer ein, bekommt Punkte dafür und verkauft sie wieder. Foto: Rudel

 

Von Malte Florian Klein

Esslingen - Sie kicken in der Kreis-, Bezirks- und Landesliga. Und sind sie zu Hause, kaufen sie Tim Wiese und Cacau. Viele Fußballer aus der Region bilden im Internet virtuelle Teams aus Bundesligaakteuren. Das Online-Fußball-Managerspiel Comunio ist bei ihnen beliebt. Bei dem Fußballmonopoly kaufen sie Spieler von Bundesligaclubs, stellen sie vor Partien auf, bekommen Punkte für deren Leistungen und verkaufen sie. Die Punkte richten sich nach den Bewertungen der Internet­seite sportal.de. Brilliert ein Spieler, bekommt er positive, spielt er schlecht, negative Punkte. Es gibt auch andere Online-Fußball-Managerspiele. Die meisten Kicker aus der Region sind bei Comunio.

Matthias Rudolph, Spieler vom ASV Aichwald in der Kreisliga B, trainiert schon seit acht Jahren eine virtuelle Mannschaft. Der 25-jährige Student spielt doppelt: Mit seiner Familie und den 19 Kickern des ASV. „Wir unterhalten uns darüber, wer wieviel Punkte bekommen hat, wer welchen Fußballer gekauft oder einen unglücklichen Transfer abgewickelt hat“, erzählt Rudolph. Dabei vergleicht er sein Team mit denen seiner Kameraden. „Jeder bekommt eine Mannschaft mit 15 Spielern aus Bundesligavereinen zugelost. Mit meiner für diese Saison war ich ziemlich unglück­lich.“Albert Bunjaku vom 1. FC Nürnberg war der Prominenteste. Deshalb kaufte er bessere Spieler. Zdravko Kuzmanovic vom VfB Stuttgart kam für 3,8 Millionen Euro, André Schürrle vom FSV Mainz 05 wechselte für 1,7 Millionen zu ihm und Joris Mathijsen vom Hamburger SV für 3,5 Millionen. Schon hatte Rudolph mehr als die Hälfte seines 20-Millionen-Budgets ausgegeben. Der Student ist wählerisch: „Ich kaufe nur Spieler, die mir sympathisch sind. Das spielt eine große Rolle.“ Da haben die Kicker vom FC Schalke 04 schlechte Karten. „Ich bin Stuttgart-Fan und die Schalker sind mir unsympathisch, nicht erst seit der Sache mit Horst Heldt.“

Oliver Bechstein, Mittelfeldakteur beim TSV RSK Esslingen in der Landesliga, spielt eine andere Comuniovariante. „Ich behalte fünf Spieler und bekomme zehn zugelost.“ Welche das waren, weiß er nicht mehr. „Die habe ich alle schon wieder verkauft. Das ging so schnell.“ Von seinem 20-MillionenBudget hat der 21-jährige Student gute Leute gekauft. Aus dem Kader des VfL Wolfsburg kamen Arne Friedrich für 4,6 und Cicero Santos für 3,4 Millionen. Aus der vergangenen Saison hat er noch Werder-Keeper Tim Wiese, Zdravko Kuzmanovic vom VfB Stuttgart, Ruud van Nistelrooy vom HSV und Lucas Barrios von Borussia Dortmund. „Wenn ich Barrios heute verkaufen würde, bekäme ich zehn Millionen für ihn“, sagt Bechstein. Er spielt mit Studien- und Mannschaftskollegen. „Von unserem Verein sind wir 16 Leute in einer Liga. Die guten Spieler kommen nicht auf den Markt.“ Wie in der Bundesliga gibt es jeden Fußballer ein Mal. Bechstein hat ein Grundprinzip. „Als VfB-Fan kaufe ich keine Bayernspieler, auch wenn die gute Punkte machen würden.“ Wenn seine Kicker nach einem Spieltag gut bewertet werden, sind 50 Punkte drin, bei einem miesen Kick gibt es etwa 20, erklärt Bechstein.

Der 26-jährige Industriemeister Adrian Caggiano spielt im Mittelfeld des TSG Esslingen in der Kreisliga A. Er setzt auf Spieler, die sich entwickeln. „Wenn Neulinge aufblühen, kann ich sie für viel Geld wieder verkaufen.“ Er baut für 40 Millionen Euro eine komplette Mannschaft auf. Claudio Pizarro von Werder Bremen, Raul von FC Schalke 04 und Joris Mathijsen vom Hamburger SV sind dabei. Caggiano spielt mit 17 Leuten aus seiner Mannschaft Comunio. „Der Reiz ist für mich, zu schauen ob ich besser als die Anderen bin“, sagt er.

Waxmann baut ein neues Team auf

Der 20-jährige Niko Waxmann vom TSV Köngen kauft gerne unbekannte Spieler und verkauft sie, wenn sie im Wert gestiegen sind. „Ich habe keine Mannschaftspräferenzen.“ Seit sechs Jahren spielt er mit Freunden. Bisher haben sie je fünf Spieler in die neue Saison mitgenommen. Er hielt beispielsweise Claudio Pizarro von Werder Bremen, Arjen Robben vom FC Bayern München und Sami Hyypiä von Bayer 04 Leverkusen. Jetzt haben sie die Variante mit der zugelosten Mannschaft gewählt. „In meinem neuen Team spielen Juan Arango von Borussia Mönchengladbach, Ilkay Gündogan vom 1. FC Nürnberg und Ruud van Nistelrooy vom HSV.“ Waxmann spielt in der Bezirksliga, wenn er nicht gerade Fußballer für virtuelle Millionen kauft und verkauft.

Die teuersten Spieler bei Comunio sind aktuell Claudio Pizarro von Werder Bremen (12 160 000 Euro), Raul von Schalke 04 (11 580 000 Euro), und Franck Ribéry (11 430 000 Euro) von Bayern München. Kein Fußballer kostet weniger als 160 000 Euro.

Den wertvollsten Kader bei Comunio hat derzeit Bayern München (95 839 000 Euro), den preisgünstigsten der SC Freiburg (8 210 000).www.comunio.de

 

Artikel vom 01.09.2010 © Eßlinger Zeitung

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Leser-Kommentare (2)

-› Artikel kommentieren

01.09.2010 20:00 von Manfred Moser

Ich finde nicht das Comunio ein negativen Aspekt in Form von Süchtigkeit hat. Wenn man sich intensiv beschäftigt, braucht man vllt 10 Minuten pro Tag. Auf den Transfermarkt passiert ja nicht alle 2 Minuten was neues. Weiß jetz nicht was du da jede minute und sekunde sondierst.

Ich besaß sogar mehrere Accounts und habe nicht mehr als eine stunde verbraucht pro Tag. Man sollte sich schon etwas im Griff haben. Das Spiel macht Spass mehr aber auch nicht. Es hat keine Option zur Sucht, wie z.b. ein Spielautomat. Man gewinnt weder verliert man etwas reales.

Gruß

01.09.2010 07:35 von Peter Geistlicher

Dieses Spiel hat mich fertig gemacht. Als ich noch täglich meiner Arbeit nachgegangen bin und im Büro am Computer tätig war, fing ich vor 6 Jahren an Comunio zu spielen. Heute ist Peter Hartz mein bester Freund. Ich wurde spielsüchtig, verbrachte fast jede Sekunde damit den Markt zu sondieren und wollte der beste Manager der Welt werden, im Gesamtcomunioranking rangierte ich auf Platz 22244 von mehreren Millionen Usern. Ich war meinem Ziel so nahe, dann der Rauswurf aus der Firma. Nur eine Therapie konnte mir noch weiterhelfen, also bitte denkt auch an die negativen Aspekte dieses Onlinegames. Es grüßt der Peter


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