Appell gegen steigende Gewalt im Amateurfußball
Stuttgart (dpa/lsw) - Die drei Fußballverbände im Land wollen künftig stärker gegen die zunehmende Gewalt bei Amateurspielen vorgehen. Nach Angaben der Fachverbände steigt zwar nicht die Anzahl gewalttätiger Übergriffe, wohl aber deren Intensität. „Die Hemmschwelle beim Einzelnen sinkt. Die Beteiligten schlagen heute häufig schneller zu als früher“, sagt der Präsident des Württembergischen Fußballverbands (WFV), Herbert Rösch. „Diese Rohheit und Brutalität finde ich beklemmend.“
Gemeinsam mit seinen Amtskollegen vom Badischen und Südbadischen Fußballverband (BFV und SBFV) will Rösch darum heute in Stuttgart einen Appell an die Vereine richten und Maßnahmen gegen die grassierende Gewalt im Amateurfußball bekanntgeben. In einer Mitteilung der Organisationen heißt es dazu, die fast 10 000 Spiele pro Wochenende in Baden-Württemberg nähmen größtenteils einen friedlichen Verlauf. Vereinzelt sei aber die Tendenz zu immer brutaleren Übergriffen festzustellen.
Im Unterschied zum Profifußball, wo sich Gewalttätigkeiten zwischen Fan-Gruppen häufig weit außerhalb der von Ordnungskräften streng überwachten Stadien abspielt, leiden die Amateurvereine unter Vorfällen auf und direkt neben ihren Plätzen. Es gibt immer wieder Spielabbrüche, weil die Fußballer gegnerischer Mannschaften aufeinander losgehen. Sich Zuschauer, Trainer und Vereinsfunktionäre zu Prügeleien hinreißen lassen oder die Schiedsrichter körperlich angreifen. Dabei kommt es gelegentlich auch zu schweren Verletzungen, die Krankenhausaufenthalte nach sich ziehen.



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