Eine klare Angelegenheit
0:4 in Barcelona - VfB Stuttgart ist chancenlos und scheidet im Achtelfinale der Champions League aus - Messi-Gala in Camp Nou
Das hehre Vorhaben des VfB, den deutschen Fußball ordentlich zu repräsentieren, misslang gründlich. Die Stuttgarter hatten zu viele Ausfälle in ihren Reihen und waren völlig überfordert.
VfB-Trainer Christian Gross musste vor der Partie umdisponieren. Serdar Tasci signalisierte muskuläre Probleme und wurde durch Georg Niedermeier ersetzt. Timo Gebhart saß zunächst auf der Bank, für ihn spielte Zdravko Kuzmanovic als zweiter Sechser neben Sami Khedira. Christian Träsch wechselte auf die rechte Außenbahn.
Die Katalanen mussten Spielmacher Xavi (Muskelverletzung) ersetzen. Für ihn kam Yaya Touré in die Mannschaft. Statt Zlatan Ibrahimovic nominierte Trainer Josep Guardiola Thierry Henry.
Die zirka 5800 VfB-Fans machten sich vor Spielbeginn im größten Fußballstadion Europas lautstark bemerkbar und standen den Katalanen zunächst in nichts nach.
Barcelona wirkte wesentlich konzentrierter und zielstrebiger als beim 1:1 im Hinspiel in Stuttgart. In einer schnellen Anfangsphase verlegte sich der VfB zunächst auf das kämpferische Element, das spielerische kam etwas zu kurz. Die Stuttgarter waren mit Defensivaufgaben beschäftigt, nach vorne ging so gut wie nichts.
Die Schwaben vermochten das Motto „mit Leidenschaft verteidigen und mutig nach vorne spielen“ nur sporadisch umzusetzen. Und dann machte sich Messi in der 13. Minute ungestört auf den Weg zu Barcelonas Führung. Kuzmanovic ließ den Weltfußballer des Jahres einfach laufen, drei weitere Stuttgarter standen ehrfürchtig Spalier, und Messi traf mit links ins Dreieck. Die Hoffnungen der Stuttgarter auf ein „Wunder von Barcelona“ sanken rapide. Nach Pedros 2:0 in der 22. Minute war praktisch die Vorentscheidung gefallen. Messi hatte den Ball nach links zu Yaya Touré gepasst, und dessen Hereingabe verwertete Pedro mühelos. Schnell, präzise, wirkungsvoll.
Der VfB war meilenweit davon entfernt, das „perfekte Spiel“ abzuliefern, wie es Gross gefordert hatte. Vor allem nach vorne blieben die Stuttgarter fast alles schuldig. Während sich Sami Khedira redlich um Impulse in der Offensive bemühte, gelang Alexander Hleb an alter Wirkungsstätte gar nichts. Der Weißrusse war ein Totalausfall.
Barcelona hatte die Kontrolle über Ball und Gegner und schaltete einen Gang zurück, was fast schon ein wenig hochnäsig wirkte.
„So haben wir keine Chance“, monierte VfB-Manager Horst Heldt in der Pause. „Wir sind nicht mutig genug und haben zu viel Respekt. Wir machen zu viele Fehler, und die darf man sich hier nicht erlauben.“
Gross brachte Gebhart für Stefano Celozzi, um die Offensive anzukurbeln. Es wurde geringfügig besser, an den Kräfteverhältnissen änderte sich nichts. Mit den Treffern von Messi und Krkic kurz vor Schluss war das Aus des VfB in der Champions League besiegelt.
STatistik
FC Barcelona: Valdes - Alves, Piqué, Puyol, Maxwell - Touré, Busquets (66. Ibrahimovic), Iniesta (88. Krkic)- Pedro, Messi, Henry (79. Milito).
VfB Stuttgart: Lehmann - Celozzi (46. Gebhart), Niedermeier, Delpierre, Molinaro - Kuzmanovic, Khedira - Träsch, Hleb - Cacau, Pogrebnjak (70. Marica).
Schiedsrichter: Hamer (Luxemburg).
Zuschauer: 80 000.
Tore: 1:0 Messi (13.), 2:0 Pedro (22.), 3:0 Messi (60.). 4:0 Krkic (89.).
Gelbe Karten: - / Lehmann, Pogrebnjak, Kuzmanovic.
Beste Spieler: Messi, Touré / Khedira.



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