Der VfB hofft auf einen perfekten Abend
Die Stuttgarter tun vor dem Champions-League-Schlager in Barcelona genau das Richtige: Sie reden sich stark
Barcelona - Beim 1:1 im Hinspiel war mehr drin. Warum also, sagen sich die Bundesliga-Fußballer des VfB Stuttgart, soll ihnen heute (20.45 Uhr/Sat.1) im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League beim FC Barcelona nicht die große Überraschung gelingen? Trainer Christian Gross sagt, wie es geht: „Wir brauchen ein perfektes Spiel.“
Für die Barca-Kicker ist der VfB kein besonderer Gegner. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie heute nicht hoch motiviert sein wer-den. Sie sind der Titelverteidiger, der große Rivale Real Madrid, in dessen Stadion am 22. Mai das Finale steigt, ist ausgeschieden. Und sie haben vor drei Wochen, als sie eine Hälfte lang von den Stuttgartern dominiert wurden, gesehen, dass der VfB durchaus ein ernstzunehmender Kontrahent ist.Der Blick nach Madrid dürfte die teuren Beine der Katalanen also in mehrfacher Hinsicht schneller machen. „Wir wissen, was passieren kann, wir sind gewarnt“, sagte Barca-Trainer Josep Guardiola gestern über das Aus von Real gegen Olympique Lyon. Ähnlich hatte sich zuvor Superstar Lionel Messi geäußert: „Das war für uns ein Hinweis, dass wir noch nicht im Viertelfinale sind.“ Im Hinspiel war der Argentinier bei Cristian Molinaro gut aufgehoben. „Im Camp Nou wird es viel kompli-zierter“, ist sich der Italiener in Diensten der Stuttgarter bewusst: „Messi ist nie ganz auszuschalten. Von einer Situation zur andern än-dert er sein Spiel. Ich werde extrem aufpassen müssen.“Den größten Optimismus auf Seiten des VfB verströmt Jens Lehmann. Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass der 40-Jährige, der in seiner langen Karriere noch nie zuvor in Barcelona gespielt hat, gerade so viel Spaß an seinem Job und deshalb keine Lust hat, dass das heute Abend sein letzter Auftritt in der europäischen Königsklasse ist. „Im Hinspiel hatten wir zwei gute Hälften, Barcelona hatte eine gute Hälfte. Ich traue uns zu, dass wir weiterkommen“, sagte Lehmann, der im Jahr 2006 mit Arsenal London gegen Barca das Champions-League-Finale mit 1:2 verloren und dabei die Rote Karte gesehen hatte.Und mittlerweile findet sogar Barca-Leihgabe Alexander Hleb, der beim Bekanntwerden des Gegners noch resigniert abgewunken hatte: „Wir haben eine Chance. Wir müssen eben gewinnen.“ Gedanken, dass der Weißrusse bald wieder regelmäßig in Barcelona spielen wird, nahm Guardiola gestern die Grundlage: „Im Hinblick auf die kommende Saison denken wir nicht an ihn.“ VfB-Trainer Gross erwartet heute von Hleb wie von der gesamten Mannschaft eine herausragende Leistung.Offen ließ er gestern, ob er im defensiven Mittelfeld Christian Träsch oder wie zuletzt Zdravko Kuzmanovic neben Sami Khedira beginnen lässt. Träsch könnte auch den formschwachen Timo Gebhart im rechten Mittelfeld ersetzen. „Das ist eine Überlegung“, sagte Gross. Wichtig war dem Trainer gestern auch, dass die VfB-Kicker beim Abschlusstraining schon mal die Atmosphäre von Camp Nou spüren konnten, wo sie heute den großen Coup landen wollen. Gelingt ihnen ein perfektes Spiel, könnte es ein perfekter Abend werden.
So wollen sie spielen
FC Barcelona: Valdes - Alves, Piqué, Puyol, Maxwell - Xavi, Busquets, Iniesta - Messi, Ibrahimovic, Pedro.
VfB Stuttgart: Lehmann - Celozzi, Tasci, Delpierre, Molinaro - Kuzmanovic, Khedira - Träsch, Hleb - Cacau, Pogrebnjak.
Schiedsrichter: Hamer (Luxemburg).



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