› mehr Wetter 

Gut gespielt - aber die Punkte bleiben auf Schalke

Der VfB Stuttgart verliert in Gelsenkirchen mit 1:2 und die Tuchfühlung zu Platz fünf - Gegentore nach zwei Patzern

  Kopfarbeiter: Der Stuttgarter Timo Gebhart und der Schalker Heiko Westermann versuchen, an den Ball zu kommen. Gelsenkirchen ist zumindest bis heute Abend Tabellenführer.Foto: Rudel
 

Kopfarbeiter: Der Stuttgarter Timo Gebhart und der Schalker Heiko Westermann versuchen, an den Ball zu kommen. Gelsenkirchen ist zumindest bis heute Abend Tabellenführer. Foto: Rudel

 

Gelsenkirchen - Der VfB Stuttgart hat gut gespielt, sich aber selbst um die Früchte der Arbeit gebracht. Zwei dicke Patzer in der Abwehr luden den FC Schalke 04 zu zwei Treffern ein, was schließlich den Westdeutschen einen 2:1 (0:0)-Sieg und die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga bescherte. Der VfB hingegen hat mit dieser unnötigen Niederlage die Tuchfühlung zu Platz fünf verloren.

Von Sigor Paesler

Die Stuttgarter traten in der Schalker Arena wie eine Spitzenmannschaft auf, hatten ein spielerisches Übergewicht und klarere Chancen, die aber nicht genutzt wurden. Ein Schnitzer von Serdar Tasci und eine missglückte Abseitsfalle führten jedoch zu den entscheidenden Gegentreffern der Schalker durch Edu (46.) und Kevin Kuranyi (55.). Zwischendurch hatte Tasci für das 1:1 gesorgt (50.). Für VfB-Trainer Christian Gross war es die erste Auswärtsniederlage seit seinem Amtsantritt Anfang Dezember 2009. Auf der anderen Seite ging das taktische Konzept des Schalker Trainers Felix Magath voll auf - die Titelträume haben in Gelsenkirchen neue Nahrung erhalten.Gross musste kurzfristig umdisponieren. Für den erkälteten Stefano Celozzi kam Zdravko Kuzmanovic in die Mannschaft. Der Serbe spielte im defensiven Mittelfeld, Christian Träsch wechselte auf die Celozzi-Position nach rechts in die Viererkette. Den gesperrten Kapitän Matthieu Delpierre vertrat Georg Niedermeier im Abwehrzentrum. Die Stuttgarter begannen recht selbstbewusst und offensiv. Wobei die Taktik der Schalker auch zu Hause so aussieht, dass sie auf die starke Defensive vertrauen, den Gegner das Spiel machen lassen, um dann über Konter und Standardsituationen zum Erfolg zu kommen. Der VfB hatte demzufolge die größeren Spielanteile und agierte vornehmlich über die linke Seite, wo Cristian Molinaro und Alexander Hleb ihr Zusammenspiel von Mal zu Mal verfeinern. So wie in der 5. Minute, als sich die beiden durch die Schalker Abwehr kombinierten und Molinaro schließlich von Marcelo Bordon abgeblockt wurde. Gelsenkirchener Angriffe hatten Seltenheitswert. Die erste nennenswerte Chance hatte Kevin Kuranyi. Der Ex-Stuttgarter verfehlte das lange Eck mit einem Schuss vom linken Strafraumeck nur knapp. Zuvor hatte Hleb den Ball im Mittelfeld leichtfertig an Jefferson Farfan verloren. Überhaupt unterliefen dem Stuttgarter Mittelfeldspieler einige Abspielfehler. Andererseits brillierte Hleb in der 36. Minute mit einem sehenswerten Zuspiel auf Kuzmanovic, der Manuel Neuer mit einem Heber überlisten wollte, jedoch am Schalker Torwart scheiterte. Kurz davor hatte Neuer gegen Pawel Pogrebnjak glänzend geklärt. VfB-Manager Horst Heldt sprach in der Pause von einem „sehr intensiven Spiel, in dem keine Mannschaft in Rückstand geraten will“. Die Stuttgarter hatten seiner Ansicht nach „die größeren und klareren Chancen. Wir hätten in Führung gehen müssen“.Als hätte Heldt eine gewisse Vorahnung gehabt, passierte genau das, was nicht hätte passieren dürfen. 47 Sekunden nach Wiederanpfiff legte Serdar Tasci den Ball unfreiwillig dem eingewechselten Edu auf den Fuß, und der bedankte sich mit dem 1:0 für Schalke. Dieses Tor spielte natürlich dem Tabellenzweiten blendend in die Karten, der nun seine Defensiv- und Konterstärke anwenden konnte. Allerdings leistete sich die beste Abwehr der Liga selbst einen Schnitzer. Kuzmanovics Flanke verwertete der völlige frei stehende Tasci per Kopf zum 1:1 (50.) - der Stuttgarter hatte seinen Fauxpas damit wettgemacht. Alles war wieder offen, doch der VfB patzte fünf Minuten später erneut. Bei einem Schalker Freistoß versuchten die Stuttgarter, eine Abseitsfalle aufzubauen, was gründlich misslang. Heiko Westermann legte den Ball quer zu Kuranyi - 2:1. Die Abwehr des VfB geriet einige Male in Schwierigkeiten, überstand diese Schwächephase jedoch unbeschadet. Auf der anderen Seite vergaben Pogrebnjak und Timo Gebhart zwei Chancen für die Stuttgarter, die zwar in der Schlussphase alles versuchten, denen der Ausgleich jedoch nicht mehr gelang.

sTatistik

FC Schalke 04: Neuer - Rafinha, Höwedes, Bordon, Westermann - Matip (46. Baumjohann) - Kluge (85. Moritz), Rakitic, Schmitz - Farfan (46. Edu), Kuranyi.

VfB Stuttgart: Lehmann - Träsch, Niedermeier, Tasci, Molinaro - Kuzmanovic, Khedira - Gebhart (73. Rudy), Hleb (81. Marica) - Cacau, Pogrebnjak.

Schiedsrichter: Wagner (Kriftel).

Zuschauer: 61 673 (ausverkauft).

Tore: 1:0 Edu (46.), 1:1 Tasci (50.), 2:1 Kuranyi (55.).

Gelbe Karten: Höwedes, Rafinha / Niedermeier, Tasci.

Beste Spieler: Neuer, Kluge / Molinaro, Kuzmanovic.

 

Artikel vom 13.03.2010 © Eßlinger Zeitung

Artikel drucken | Artikel als Email verschicken | Themenalarm

Leser-Kommentare (0)

-› Artikel kommentieren


VfB

Alles zum VfB ab jetzt hier!

 

Weiter

 

Premiumservice

Ihre Zeitung am PC, am Smartphone und auf dem iPad: E-Paperabo und Onlineabo

 

Alle Angebote

 

Registrierte Nutzer verwalten Ihre Zugangsdaten hier.

 

Mehr dazu

 

Am Kreis

Der Blog zur Handballszene im EZ-Land

 

Zum Blog

 

Themenalarm

Nie mehr einen Artikel verpassen! Nutzen Sie den Themenalarm. Kostenlos registrieren und Suchbegriffe eingeben.

 

Zum Themenalarm

 

Zum Themenalarm finden Sie in jedem Artikel über dieses Alarm-Symbol. Mehr Infos...

 

Mehr Infos

 

Videos

Das Lokalderby der Woche als Video

 

Zu den Spielen

 

Spiele der EnBW-Oberliga Junioren.

 

Zu den Spielen

 
top zum Seitenanfang