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Lehmanns Pläne

Den VfB-Torhüter reizt das Exotische und die Fernsehkamera

  Die Enttäuschung des geschlagenen Torwarts: Jens Lehmann kann dem Schuss von Hugo Almeida zum 1:2 nur noch nachschauen.Foto: dpa
 

Die Enttäuschung des geschlagenen Torwarts: Jens Lehmann kann dem Schuss von Hugo Almeida zum 1:2 nur noch nachschauen. Foto: dpa

 

Von Sigor Paesler

Bremen - Das Rampenlicht ist es nicht, das Jens Lehmann auf den Wecker geht und ihn in seinem Entschluss bestärkt, wie geplant im Sommer seine Karriere als Fußball-Profi zu beenden. Mit großer Gelassenheit und immer freundlich sprach der 40-jährige Torhüter des VfB Stuttgart nach dem 2:2 bei Werder Bremen in eine Fernsehkamera nach der anderen, unterhielt sich locker mit den schreibenden Journalisten und beantwortete anschließend auch noch die Fragen des Stuttgarter Lokalradio-Reporters.

Natürlich wollten alle wissen, was er zu Hugo Almeidas Treffer zum zwischenzeitlichen 1:2 zu sagen hatte. Der Ball sei auf dem schlechten Platz flach und nicht wie von ihm erwartet hoch aufgesprungen, erläuterte er. „Sonst hätte ich ihn gehalten.“ Von Trainer Christian Gross hatte er keine Kritik zu erwarten. Dieser hatte wie die restlichen 36 000 Zuschauer beobachtet, wie der Keeper zuvor mit zwei Weltklasseparaden Bremer Tore verhindert hatte: „Jens hat ein sehr gutes Spiel gemacht.“

Die andere Antwort, die Lehmann in der engen Interview-Zone des Weserstadions immer wieder gab, lautete: „Ich plane, im Sommer aufzuhören.“ Planen heißt nicht sicher tun, deshalb wurde nachgehakt. Auf die Frage, ob er definitiv kein Jahr beim VfB dranhängen werde, gab es zumindest ein klares Nicken, mit dem Zusatz in Richtung seines verletzten Vertreters Sven Ulreich: „Das wäre ungerecht, er freut sich drauf. Auch Alex freut sich drauf.“ Das ist ein Hinweis darauf, dass zumindest Lehmann davon ausgeht, dass die Vereinsführung - wie vor einem Jahr angekündigt - in Zukunft auf Ulreich und Alexander Stolz setzt und keine neue Nummer eins holt. Sicher aber ist das nicht.

Lehmann wirkt alles andere als satt und müde: „Es macht mir Spaß, nach wie vor.“ Ihm gefalle es auch in Stuttgart, nur das „ewige Hin- und Herfahren“ von seinem Haus am Starnberger See sei „sehr anstrengend“. Auch will er mit dem VfB noch „ein paar Spiele gewinnen, vielleicht auch mal mittwochs“, wie er mit einem breiten Grinsen im Hinblick auf das Champions-League-Spiel am 17. März in Barcelona hinzufügte.

In Stuttgart wird er sich im Sommer also verabschieden, aber hört er wirklich auf? „Wenn was ganz Exotisches kommt - man soll nie nie sagen . . .“ führte er aus. Ein Angebot aus der amerikanischen MSL soll er haben. Das würde zu Weltmann Lehmann passen. Er könnte aber auch bald in anderer Mission vor den Fernsehkameras stehen. Er wolle Bundestrainer Joachim Löw in der Öffentlichkeit keine Ratschläge geben, sagte er auf Nachfrage eines Journalisten. „Das kann sich aber ändern.“ Lehmann als TV-Experte? Er wird bis zum Sommer noch ein paar Mal danach gefragt werden.

 

Artikel vom 08.03.2010 © Eßlinger Zeitung

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