Wieder gut gemacht

Der VfB Stuttgart verspielt beim 2:2 in Bremen eine 2:0-Führung, setzt aber den Aufwärtstrend fort

 

In Bremen wird um jeden Ball gekämpft: Stuttgarts Cacau bemüht sich, das Spielgerät gegen Bremens Tim Borowski (rechts) zu behaupten.Foto: dpa
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In Bremen wird um jeden Ball gekämpft: Stuttgarts Cacau bemüht sich, das Spielgerät gegen Bremens Tim Borowski (rechts) zu behaupten.Foto: dpa

 

Bremen - Die Bundesliga-Fußballer des VfB Stuttgart haben beim 2:2 (2:0) bei Werder Bremen die Chance verpasst, den Abstand zur Spitzengruppe weiter zu verkleinern. Spielerisch aber hat die Mannschaft den Aufwärtstrend fortgesetzt.

Von Sigor Paesler

Nach diesem Spiel, in dem die Stuttgarter eine so beeindruckende Leistung gezeigt hatten, war vor allem die Rede davon, woran es der Mannschaft noch mangelt. „Am Ende hat die Abgeklärtheit gefehlt“, sagte Trainer Christian Gross. „Wir müssen noch fehlerfreier spielen.“ Torschütze Sami Khedira sprach wütend davon, dass es „fatal“ wäre, nach diesem Spiel mit einem Punkt zufrieden zu sein. Und Alexander Hleb, der 90 Minuten lang durchgespielt hatte, zeterte, die Mannschaft habe sich in der zweiten Hälfte „wie Amateure“ verhalten. Nur Cacau wagte zu sagen: „Wir haben immerhin gegen Bremen gespielt. Wir hätten gerne gewonnen, aber so nehmen wir einen Punkt mit.“Natürlich war es aus Sicht der Stuttgarter ärgerlich und angesichts der guten Konterchancen auch unnötig, dass sie die 2:0-Pausenführung aus der Hand gaben. Aber die Vorgabe, nach den Erfolgen gegen Teams wie dem 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt die Bremer - und am kommenden Freitag die Schalker - als Gradmesser zu nehmen, wurde eindeutig positiv erfüllt. An Spielanteilen und Chancen gemessen war die 2:0-Führung zwar etwas glücklich, aber die Stuttgarter waren insgesamt das bessere, weil homogenere Team. Wo auf Bremer Seite Mesut Özil und Marko Marin immer wieder mit ihren Dribblings für Gefahr sorgten, aber wenig zusammenspielten, zeigten die Stuttgarter gute Kombinationen, einen funktionierenden Spielaufbau und großen Einsatz.

 

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Große Durchsetzungskraft

Beim 1:0 setzte sich Hleb nach schnellem Umschalten von Torhüter Jens Lehmann im Laufduell unwiderstehlich gegen Torsten Frings durch, der hinterher verzweifelt, aber unberechtigt ein „klares Foulspiel“ beklagte. Hlebs Hereingabe verwertete Pawel Pogrebnjak gekonnt (15.). Nachdem die Bremer, deren Stürmerstar Claudio Pizarro bei Serdar Tasci und Matthieu Delpierre gut aufgehoben war, ihre wenigen Chancen vergeben beziehungsweise zwei Mal aus Abseitsposition getroffen hatten, war beim Stuttgarter 2:0 wieder viel Durchsetzungskraft im Spiel: Pogrebnjak erkämpfte den Ball, spielte auf Timo Gebhart, nach dessen Flanke setzte sich Khedira per Kopf gegen den schwachen Aymen Abdennour durch (43.).

Lange sahen die Stuttgarter in einer sehr sehenswerten Begegnung zweier ähnlich starker Mannschaften wie die Sieger aus. Doch es wurde nichts daraus, weil sie ihre wenigen, aber sehr guten Konterchancen nicht nutzen, weil der ansonsten starke Lehmann einen Schuss von Hugo Almeida aus spitzem Winkel nicht festhielt (75.) und weil Marin im Dribbling gegen Stefano Celozzi geschickt einen Strafstoß provozierte, den Frings zum 2:2 nutzte (81.). So durfte sich Werder-Coach Thomas Schaaf über die schwächere erste Hälfte seines Teams ärgern, aber über den Punkt freuen. Die Stuttgarter sprachen von einer gefühlten Niederlage, wodurch sie zwar nicht näher an die Bremer herangekommen sind, aber auch nicht den Anschluss an die vorderen Plätze verloren haben. Gross und Manager Horst Heldt erinnerten am Ende noch mal an die jüngere Vergangenheit. „Wir kommen von weit her“, verwies der Coach darauf, dass die Mannschaft vor wenigen Wochen noch der Abstiegszone nahe war. Heldt ordnete das Remis so ein: „Wir haben in der Hinrunde viel verbockt und haben jetzt viel gutzumachen. Da ist die Mannschaft jetzt dabei.“ So gesehen haben es die Stuttgarter wieder gut gemacht. Am Freitag auf Schalke geht es weiter.

STATISTIK

Werder Bremen: Wiese - Prödl (69. Rosenberg), Mertesacker, Naldo, Abdennour - Borowski (46. Almeida), Frings - Marin, Özil, Hunt - Pizarro.

VfB Stuttgart: Lehmann - Celozzi, Tasci, Delpierre, Molinaro - Träsch, Khedira - Gebhart (89. Hilbert), Hleb - Pogrebnjak, Cacau (79. Kuzmanovic).

Schiedsrichter: Brych (München).

Zuschauer: 36 000.

Tore: 0:1 Pogrebnjak (15.), 0:2 Khedira (43.), 1:2 Almeida (75.), 2:2 Frings (81. Foulelfmeter).

Gelbe Karten: Frings (6) / Delpierre (5).

Beste Spieler: Hunt, Marin / Pogrebnjak, Tasci.

Artikel vom 08.03.2010 © Eßlinger Zeitung

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